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John Zorn Asmodeus Book of Angels Volume 7 Marc Ribot plays Masada Book Two (Tzadik, TZ 7362, 2007)
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Dass JOHN ZORN ein wahnwitziger Workaholic ist, davon zeugt schon das Book of Masada, gut 200 Kompositionen, die nach 1993 innerhalb von nur 4 Jahren entstanden. Aber mit Masada Book 2, dem Book of Angels, über 300 neuen Komposition, die 2004 innerhalb nur weniger Monate entstanden, da ist es mit ‚Larger-than-life' nicht mehr getan, da geht es nicht mehr mit rechten Dingen zu, bei Astaroth, Azazel, Malphas, Orobas, Balan, Moloch, Volac und wie sie alle heißen, Zorns Helfer aus der Anderwelt. Das Buch der Engel ist bestimmten Ensembles auf den Leib geschrieben: Vol. 1 dem Jamie Saft Trio, Vol. 2 dem Masada String Trio, Vol. 3 Mark Feldman & Sylvie Courvoisier, Vol. 4 Koby Israelite, Vol. 5 der Cracow Klezmer Band, Vol. 6 Uri Caine und Vol. 8 Erik Friedlander. Asmodeus Book of Angels Volume 7 Marc Ribot plays Masada Book Two ist rasende Musik für ein Gitarrentrio. Denn der Dämon Asmodeus steht für Raserei, Begierde, Verschwendungssucht und Zorn. Offenbar hat Zorn aber wie König Salomo einen Zauberring, um ihn zu bändigen. Der Geist, der Ribot, Trevor Dunn und Calvin Weston die Finger führt, wirkt zwar feurig, aber nicht böse. Seine Raserei ergießt sich in Form von harmolodischen, klezmeresken Melodien. Vol. 7 ist so etwas wie das ultimative Gitarrentrio, die perfekte Karte, um Funny Valentine (1998) von Fred Frith, Bill Laswell & Charles Hayward, Raw Meet (2003) von Elliott Sharp, Melvin Gibbs & Lance Carter und Episome (2006) von Otomo Yoshihide, Laswell & Tatsuya Yoshida [oder genau so gut auch Cyclotron (1992) von Blind Idiot God, The Last Wave (1996) von Derek Bailey, Laswell & Tony Williams und Luggumt (2004) von Raoul Björkenheim, I. Håker Flaten & P. Nilssen-Love] zum Quartett zu vervollständigen. Dunn mit seinem Mr. Bungle-, Fantomas- und Electric Masada-Punch, Weston mit seiner Erfahrung bei O. Coleman und J. Blood Ulmer und mit Bailey & Tacuma bei Mirakle (1999), ebenfalls einem denkbar unirdischen Gitarrentrio, befeuern Ribots gebändigte Raserei, als grollende Unterströmung und Blitze schleuderndes Breakbeatgewitter. Nach dem furiosen Auftakt ‚Kalmiya' bremst ‚Yezriel' ab zu einem selig-stupid schaukelnden Sharrock-Blues, der von innen heraus verglüht. ‚Kezef' stürzt und zuckt mahavishnuesk über Stromschnellen, während ‚Mufgar' bei einen munteren Hardrock-Bärentanz seinen Pelz schüttelt. ‚Armaros' hetzt über ein knackiges rhythmisches Motiv in eine bassgetriebene Uptempo-Salsa und Ribot beschwört den Geist des jungen McLaughlin. ‚Cabriel' ist ein wirbelnder Dschinn, der sich unverhofft fängt und völlig entspannt. Woraufhin ‚Zakun' wieder midtempo anzieht und nach einem schnellen Zwischensprint sich auf einen repetitiven Swing eingroovt. Bei ‚Raziel' fliegen die Bassfunken und Ribot stürmt wie die Wilde Jagd über Zackenkämme. ‚Dagiel' rifft fette Headbanger-4/4, aus denen die Gitarre Fontänen aufschießen lässt. Bei ‚Sensenya' treiben Weston und Dunn Ribot dazu, nur noch ekstatisch Feuer zu spucken, bis nach einem Schlagzeugsolo, dem einzigen des Sets, die Drei die Tür vom Titty Twister aufstoßen und in die Morgensonne blinzeln. Dass nicht Ribot selbst, der, nicht zu fassen, das alles im Sitzen spielt, sondern der Nichtgitarrist Zorn Erfinder dieser Musik ist, ist nicht weniger schwer zu glauben, als dass die Sonne auch auf gefallene Engel scheint.
tzadik.com
rbd / bad alchemy
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