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Zappanale 21 vom 12. bis 15.08.2010
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Sky was crying
Ins kollektive Gedächtnis der Zappanalisten wird Numero 21 wohl als die ‚Regenauflage' eingehen. Das seine jährliche Wiederkehr in einer Mischung aus gemütlicher Gelassenheit und ausgelassener Hingabe feiernde Publikum ließ sich von Wettervorhersagen nicht abhalten, drei Tage ‚music and more' ausdrücklich zu genießen.
Den Auftakt machte bereits am Dienstag das Eröffnungskonzert in der St. Katharinen-Kirche in Hamburg: "Zappa spielt Bach". Davon gibt es aus den vorherigen Jahren bereits CD-Auflagen, dieses Jahr gab das finnische Ensemble Ambrosius, das sein zauberhaftes Set auch in Bad Doberan zelebrierte, gemeinsam mit Napoleon Murphy Brock das Benefiz-Konzert. Einen Tag darauf, am Mittwoch, spielten Bands im Bad Doberaner Kamp-Theater, Filme wurden gezeigt, Jim Cohen moderierte eine lockere Talkrunde mit Napoleon, Ike Willis, Denny Walley, Ray White und Robert Martin - den geladenen Gästen, Weggefährten Zappas, die im späteren Festivalverlauf mit der einen oder anderen Band auf beiden Festivalbühnen standen und spielten. Donnerstag: Konzerte, Film, Lesung, Session im Kamptheater. Weiteres ‚Extra Event', wie es im Programmheft des Festivals genannt wird, war Jim Cohens "Outside Now - Joe's Garage and The Future" - wer erst zum Freitagabend anreisen konnte, verpasste also bereits einiges - und nicht nur mit Jim Cohens Vortrag ein entscheidendes Event.
Zwei Bühnen - Main und Truck Stage - teilten sich die Aufmerksamkeit der Festivalbesucher mit unterschiedlicher Prägung. Während die Main Stage die ‚großen' Gigs abfeierte, gab es auf dem Truck Jam-Sessions, knochentrockenen Avantgarde Rock, Ausgefallenes aller extravaganten Art und weitere Beiträge von Hauptacts.
Das Festivalgelände, sich im zweiten Jahr rechts neben der Trabrennbahn lang hinziehend, angenehm aufgebaut, mit allem, was das Festivalbesucherherz begehrt (LP- und CD-Stände, Kleidung, Devotionalien, Futter, Getränke, Getränke, Getränke usf.), Dixie-Klos für Umsonst und Bezahltoiletten für den gepflegteren Abgang, und, UND: zum ersten Mal ohne Zirkuszelt. Doch wer zuerst etwas bedröppelt blickte, konnte sich bald einer Verbesserung erfreuen, die entscheidend zum Konzertgenuss beitrug: die Bühne stand nicht, wie im Jahr zuvor, Schallrichtung gen Ostsee, sondern gen Bad Doberan, vor ihr, der Publikumsbereich, hob sich an und oben, auf erhöhter Position, zog sich ein weißes Zelt über breiten Raum, so dass ein Jeder, ob nah der Bühne oder weiter entfernt, einen ausgezeichneten Blick auf die Shows hatte und jede Performance perfekt sehen konnte. Die gemütlicheren Fans in ihren lässig-bequemen Gartensesseln pflanzten sich an den Rand des Zeltes (zwei Bierwagen standen zu beiden Seiten dicht dabei) und das sich davor aufstellende Auditorium ließ sich über Köpfe (Glatzen und Zöpfe) blicken und alle waren es zufrieden.
Das Programm war fein sortiert und hatte ungeahnte Schätze in petto, was das Hochgefühl der zuschauenden Meute positiv entwickelte. Nach LiLo's Zapmospheres erfrischendem Solo-Auftakt folgten die Jazzhunde, die feste Institution des Festivals. Kaum Zappa im Programm. Aber feinsten, grandiosen Jazzrock. Illuster und satt. Immer wieder bitte!
Bongo Fury rockten 60s und 70s Zappa in Triobesetzung rasant und heftig ab. Beardfishs Rikard Sjöblom - der am Samstag noch mit seiner feinen Progressive Rockband auf die Bühne stiefelte - legte sich mit Rasmus Diamant (b) und Petter Diamant (dr) heftig und exzellent ins Zeug. Die Qualitätsmarke war gleich von Anfang an hoch angelegt. Die Offizielle Eröffnung folgte, Begrüßung des Publikums durch die Chefabteilung, sodann das Ensemble Ambrosius mit folkloristischem Zappa, fein arrangiert mit Verve und Intensität gespielt. Napoleon Murphy Brock - der in den drei Tagen immer wieder einmal ein Bad in der Menge nahm und die Aufmerksamkeit gelassen genoss - trat als Kleiner (Großer!) Muck verkleidet vor die Band und die zweite Konzerthälfte über gehörte er untrennbar zur Band. Fabelhaft!
The Muffin Men vorzustellen, heißt Eulen nach Athen zu tragen und dahin wird derzeit genug anderes transferiert, so dass ich nur sage: endlich mal wieder! Eine der Top-Bands Europas, die Zappa mit britischem Humor und allerlei Schnipselware aus der Rockgeschichte unterhaltsam performt. Und schließlich, auch schon ein alter Bekannter, Paul Green. Dieses Mal mit der ‚band of monkeys', ehemaligen Schülern, mit denen er Rockklassiker von Led Zeppelin über Jethro Tull und Rolling Stones bis in die aktuelle Rockszene spielte. Zwischen den Konzerten und danach bis tief in die Nacht donnerte die Truck Stage bis weit über den Zeltplatz hinaus abgefahrene Klänge und schräge Performances.
Nacht. Danach begegneten die Ersten den Letzten. Mancher Festivalbesucher absolvierte der Zappatown einen Besuch, nicht nur, um das Denkmal Frank Zappas zu bestaunen und einen andächtigen Moment in Straßenlärmstille zu verharren, sondern auch, um die fabelhafte Ausstellung ‚Zappa und die DDR' zu erkunden, die mit einem schön aufgemachten Abriss der Zappanale-Geschichte bildreich gekoppelt ist. Links vom Eingang auf großzügigem Raum der Festivalabriss: mit Zappanale-Postern aller Jahre, Arf-Dossier-Auflagen (ab Heft 0 - tatsächlich zu bestaunen!), vielen Bildern, witzigen bis ungeahnten Devotionalien und einem Videobeitrag, der visuell die Geschichte des Festivals nachvollzieht und dabei - wie die gesamte Ausstellung - vor allem das Publikum im Blick hat - da hat sich wohl so mancher wieder erkannt! - umfangreich und gut sortiert aufgebaut ist. Rechts ‚Zappa und die DDR' - auch hier gibt es einen ausführlichen Videobeitrag, etliches Lese- und Bestaunmaterial, das nicht bei alten Tonbandspulen beginnt und nicht bei Stasi-Auszügen endet. Eine spannende Zeitreise, nicht wissenschaftlich aufgebaut, sondern emotional und doch umfassend, aussagekräftig und beeindruckend.
Samstagvormittag erst einmal Regen. So stoisch der mecklenburgische Landregen grau und trüb vom Himmel fiel, so gelassen nahmen es die Festivalbesucher; bis der Regen zum Beginn der Konzerte schließlich feststellen musste, gegen die innere Ruhe des Publikums verloren zu haben und beleidigt seine Pforten schloss.
‚Orange the Juice' aus Polen gehören - auch für das geübte Zappa-Publikum - zu den Herausforderungen. Der Mix aus Grindcore, Jazz, Fusion, Ska, Funk, Pop und allerlei ultraschrägem bis heftig komplexem Zeug hat ungemein Rasanz und kippte ständig seine stilistische Ausprägung aus leisestem Moment in harscheste Lärmkaskade. Ironie pur, von technisch erstklassigen Musikern wie ein Betäubungsschlag nicht ohne stete Überraschungen ins Auditorium gebrannt. ‚Caballero Reynaldo' sagten mir zuerst gänzlich ab, bis ich die spanischen Cowboys samt Cowgirl hörte. So beschwingt und entspannt-fröhlich hat es "The Torture Never Stops" nie zuvor gegeben - und die handwerkliche Arbeit an zwei Country-Gitarren, lässigem Schlagzeug samt coooooolem Gesang brachte die zuvor aufgekochte innere Anspannung wieder auf den Boden der Tatsachen. Wie gesagt, erste Irritation wich verblüfftem und überraschtem Genuss. Charmante Humoristen!
Und sie waren die beste Basis, die ‚The Central Scrutinizer Band' aus Brasilien bekommen konnte. In der Folge gab die exzellente Band ein illustres und allerfeinstes Feuerwerk heißblütig intonierter, technisch abgefahrener, rasanter, witziger und vor Spiellust sprühender eigener Versionen der von ihnen zelebrierten Zappa-Kompositionen. Marimba-Versiertheit zum Weinen, Gitarrensoli zum Heulen und die komplette Band zum Auf-den-Arsch-Setzen (mit Verlaub): was für ein unglaubliches Konzert! Damit stand das Highlight des Festivals fest (bislang jedenfalls). Besser mag es vielleicht gehen, braucht aber nicht. Band und Publikum verstanden sich auf der Stelle und der Saxophonist heißt nicht Jackie Chan (wie er lachend versicherte: "all people asking that all the time").
Beardfish hatten einen schweren Stand. Nach dieser Band, personell umfangreich, satten Sound locker und spielfreudig lässig zelebrierend, kamen die schwedischen Nordwaldseebären-Progressive-Rocker zu viert auf die weite Bühne - und rockten, was das Zeug hält! Gleich noch so ein feines Teil von Konzert rammte sich dem betört Musikschlingenden Publikum ins Gehörgedärm, das es kein Ende nehmen sollte. Danach sterben wär' nicht schlimm gewesen, was gab es noch zu versäumen? Beardfish mischten Seventies-Hardrock mit mystischen Symphonic Rock Schnörkeln, spielten mit Lust und Verve die komplexesten Partien locker und intensiv und gaben alles. Danach schwitzten sie vom Stiefel bis zum Scheitel und das Publikum brauchte Nahrung, das Gehör wieder auf Vordermann zu bringen.
Es ging Schlag auf Schlag: Daevid Allen folgte mit ‚University of Errors'. Kaum Gong im Programm, eher Avantrock auf später Punk/Alternative-Basis, rotzig, krass, erregend, provokativ, laut. Zappatika brachten Zappa als Spacerock, allein des Sängers Ansagen fielen durch die Aufmerksamkeitsrillen des Auditoriums, das nur eines wollte: Musik.
Die gab es fast die ganze Nacht hindurch. Zwischen den Konzerten auf der Hauptbühne auf der Truck Stage und bis weit in die Nacht hinein mit Endlos-Sessions. Zuletzt trommelten drei Leute ein paar gefühlte Stunden auf dem Drumset herum und meinten, es seien nur Sekunden gewesen.
Restnacht. Die Letzten begegneten den Ersten. Um kurz nach 11 Uhr luden ‚Caballero Reynaldo' auf der Truckstage zum erneuten Schmunzeln ein. Guter Auftakt. Streicheleinheiten für die aufmerksame Ohrenlandschaft, die noch ein fettes Hörpaket zu absolvieren hatte.
Hauptbühne: LeBocal. Die härteste Konkurrenz zur ‚Central Scrutinizer Band'. Die Big Band Franzosen mit ihrem begnadeten Sänger/Klarinettisten Ernie Odoom zeigte von der ersten Sekunde an umwerfende Spiellaune und selbstbewusste, dem Publikum innig zugewandte Bühnenpräsenz, die sofort ins Blut wie ins Ohr gingen und bis zum gefühlt schnellen Konzert-Ende pausenlos in den Bann zogen. Die Big Band Arrangements waren umwerfend, die Rhythmusabteilung spielte lockeren, deftigen, satten Fusionsound und gab den Bläsern viel gutes Fundament für ausgedehnte Soli. Ernie Odoom weiß seine Stimme einzusetzen, über mehrere Oktaven, locker und stimmsicher, phantasievoll und witzig palavert er pausenlos zwischen den Songs und singt mit einer Inbrunst, die weit übers Zappanale-Festival hinaus Wirkung zu zeigen vermag. Wer sich hier nicht anstecken lässt, ist doof. Oder dieser Klangsprache nicht mächtig. (Weitere Gründe wurden wieder gestrichen.) Und leider hatten sie für die über 4.000 anwesenden Festivalbesucher nur 5, in Worten: "5", durchatmen, CDs dabei. Also keine.
Nach diesem Konzert, das keinen Gehörgang leer ließ, folgten die Schock-Avantgardisten Sebkha Chott aus selbigem Land. Die Verkleidung der drei Musiker + Performer lud die Fotoapparate zum Einfangen und Verewigen ein, und nicht nur der Schlagzeuger (und nicht DIE Schlagzeugerin) gaben den Augen provokative Nettigkeiten. Wladimir Ohrelianov II machte dem verdutzten und nicht wenig neugierigen Publikum klar, wer der Star des Festivals sei. Nicht dieser Frank Zappa, wer immer das sei, sondern er, Wladimir Ohrelianov II. Das Konzert hatte bereits begonnen, bevor auch nur einer Musiker auf der Bühne erschienen war. Ein stehender Ton bohrte sich ins frisch und munter gequälte Gehör der Fragezeichenzuhörerschar. Bis Mr. Blue auf die Bühne stiefelte, Mund weit offen. Er war für den stehenden Ton verantwortlich. Im Laufe des Konzertes fragte sich so mancher standhafte Zuhörer wohl, was es mit dem Typen auf sich habe und genau das war sohl Absicht. Er stand auf der Bühne, um dem Publikum die Frage aufzudrängen, warum er wohl auf der Bühne stehe - und ob er denn noch etwas mache. Machte er. Kopfbewegungen. Wenige Körperbewegungen, er dirigierte kurz einmal die Band und stand dann wieder im Hintergrund. Mit offenem Mund. Der für den stehenden Ton verantwortlich war.
Als die Band loslegte, merkte wohl ein jeder Festivalbesucher vor der Bühne, dass dies die zweite heftige Herausforderung sei, deren Einladung für den allgemeinen Zweck der betörenden Überraschung sich die Festivalbetreiber die Ehre gegeben hatten. Und vor allem ein Mann stand im Publikum, immer aktiv, immer dabei, still im Hintergrund arbeitend, immer auf der Suche nach neuem Sound, nach Herausforderungen, nach brachialer Musikekstase und schrägster, eigenwilligster Performance: Sale. Huhn auf dem Kopf, Ohren auf hundert Prozent, Grinsen im Gesicht: ENDLICH!!!
Das Filthy Habits Ensemble aus Spanien gab noch einmal alles. Zappa-Kompositionen bekamen die nächste erstklassige Interpretation. Woher kamen auf einmal alle diese grandiosen Hammerbands? (Schweden, Finnland, Großbritannien, Deutschland, Brasilien, Polen, Frankreich, USA.)
Und es war längst noch nicht Schluss. Jean Luc Ponty folgte. In Quartettbesetzung legte der Geigenvirtuose ein illustres Jazzrock-Fusion-Konzert hin, das längst nicht allein seine Präsenz, sondern seine musikalische Arbeit die Betörung des Publikums bedeutete.
(Es gab so viel Gutes, dass ich jetzt mal was Schlechtes sagen will, aber…) das Good-bye legte noch einen Zahn zu und machte müde Ohren wieder munter. Es wollte keine Ende nehmen und nahm es schließlich doch: fast! Die Truckstage! ‚Aufrichtiges Zappa' jammte weiter und weiter, bis tief in die Nacht, bis die Ohren glühten wie die Instrumente.
Soviel Zappa auf einen Haufen - geht das? Die stilistische Vielfalt und interpretatorische Freiheit der Festivalbands von fast direkter Notenkopie bis zur kaum wieder erkennbaren Version machen Zappas Musik auf der Zappanale in vieler Weise lebendig und beweisen neben der Fülle des gegebenen Kataloges (aus dem für Festivalwochen zu interpretieren ist) das Gespür heutiger Musiker für das Œuvre des grandiosen Komponisten und Musikers und damit seinen weiten, wohl nicht fassbaren Wirkungskreis. (Ich kann nicht anders.)
Die 21. Zappanale für alle Pioniere, die zweite für mich. Jawoll, ich bin angekommen, wieder da. Die erste Harley Davidson geht vorüber und trifft Frank auf dem Klo, zusammen gehen sie dem Biergott huldigen und fachsimpeln. Hochstimmung, sympathische Charakterköpfe. Lange Bärte, Zappa-Bärte, Zappa-Shirts, Gail-Fan-Shirts. Jedes Mal wieder frage ich mich, wo all die exzentrisch gekleideten Menschen herkommen. Die dünnen, grauen Zöpfe verbergen sich wahrscheinlich den Rest des Jahres hinter dem Bürohengst von nebenan, hinter dem Sachbearbeiter der nächsten Staatsanwaltschaft und brechen nur jedes Jahr zur Zappanale, zum Vollmond der abgedrehten Alt- und Jungrocker hervor.
Ein erster neugieriger Blick aufs Festivalgelände, die ersten vertrauten herrlichen Klänge. Mein Gott, wie ich sie vermisst habe. Zappaeske Musik ist wie ein Elixier, ein Symbol für Unbeschwertheit und Sommer, für Ekstase und gemeinschaftliche Liebe zur Musik. Kein wütendes Geschrammel, keine Double-Bass, kein Ballermannhit und kein schmachtender Sänger kommt gegen diese Euphorie an. Ich sauge die ersten Bruchstücke gierig auf, die Brüche im Takt, die Synkopen, diese zuweilen herrlich hässliche, anregende, unheimlich variantenreiche Musik, Exzentrik weitab vom Schuss. Kraft, Ironie, der stets anklingende Zug ins Groteske. Ich verliebe mich sofort in den perfekten Klang der Drums, ein wohliger Schauer bei jedem Schlag auf die Toms. Wahnsinn, wie gut das abgemischt ist. So klar wie eine Studioaufnahme und um ein Vielfaches intensiver. Die Bässe wummern im Zwerchfell, die Höhen kommen kristallen und licht, die Musik scheint in ihrem Relief fast greifbar.
Eine Neuerung hat das Festivalgelände und diese ist wohlüberlegt und lobenswert: Die Bühne steht der Rennbahn zugewandt, sodass wenig Schall zum Zeltplatz dringt. Das "Zirkuszelt" wurde durch ein weißes Zelt mit Bodenauslegung ersetzt, welches leicht erhöht der Bühne gegenüber steht und du so trotz hunderten Köpfen vor dir einen fabelhaften Blick auf die Bühne hast - vor allem bei Regen, als hätte man's geahnt. Denn der Wechsel von Regen und Sonne bestimmt das ganze Festival. Wegen des Schlammparadieses werden auch fanatische Wiesensitzer enttäuscht, denn wiesenliegenderweise kann man die Musik dieses Jahr wohl nicht genießen. Graue, tief hängende Wolken, vermischt mit dem grauen Rauch der Molly. Dafür strahlt die Bühne als Ersatzsonne, strahlen die farbenfrohen Klamotten, strahlen die Gesichter.
Sonne und Regen auch in der Musik. Napoleon Murphy Brock ist mein erster Wetterfrosch. Herrlich charismatisch und abgefreakt ist sein Auftritt. Gekleidet wie der Sonnenkönig höchstpersönlich (barocke Schnallenschuhe, Kniebundhosen, dazu ein pompöses Brokatgewand) passt Napoleon vollkommen zur Musik des Ensemble Ambrosius, das ihn auf Barockinstrumenten begleitet. Er unterhält erstklassig mit dem typischen zappaesken Sprechgesang, der ihm in Fleisch und Blut übergegangen zu sein scheint. Und doch: Er unterhält. Er ist mehr Entertainer denn Musiker, degradiert durch seine fast übernatürliche Bühnenpräsenz Ambrosius zur bloßen Begleitband, obschon das Ensemble zuvor Hervorragendes geleistet hat.
Sonne und Wolken auch bei Paul Green's Band of Monkeys. Habe ich sie aus dem vergangenen Jahr als erstaunlich professionell und mitreißend in Erinnerung, werde ich nun ein wenig ernüchtert. Die Band leistet bei "No Quarter" von Led Zeppelin exzellente Arbeit, exakt, emotional, stimmungsvoll. Doch auch trotz der ausgezeichneten Sängerin bleibt der Gesang ein Wermutstropfen. Zu schüchtern, schwachbrüstig klingt weibliches Hauchen gegen Robert Plants durch Synthesizer verzerrte, übernatürlich klingende Stimme. Auch die Titelauswahl scheint beliebiger als dazumal. Da wird durchaus "I can't get no Satisfaction" der Stones gespielt, als Rock-Gassenhauer der übelsten Sorte für mich ein No-Go auf der Zappanale. Dennoch, es bleibt faszinierend, was junge Musiker an Virtuosität besitzen, welche Stimmungen sie einfangen, mit welcher Genauigkeit sie die Meister nachzeichnen, bis man nicht mehr weiß, ob die Kopie nicht doch besser ist als das Original.
Und zu der Musik immer wieder Leben: Unterhaltungen mit Alt- und Jungrockern, mit selbsternannten Zecken, mit Punks, die gerade frisch vom Force Attack kommen. Man wundert sich wirklich, Anhänger welcher Musikrichtungen sich noch für Zappa begeistern.
Munkeln über den Guarana-Wein. Er enthalte THC, der Absinth sowieso, er haue Elefanten um, nach dem zehnten liegst du am Boden - ja, welch ein Wunder, dazu braucht es kein THC.
Probeliegen in den Hängematten - durchaus auch zu zweit, Stöbern nach neuen Platten, ein Zappa-Bart im Sonnenuntergang, wie sieht das Zappanale-Shirt dieses Jahr aus?, ein Gabelstapler, der Bierfässer samt grimmigem Bewacher vorbeifährt, barfuß gehen im Schlamm, um die behütete Kindheit zu kompensieren, die Ausstellung zu Zappa in der DDR und immer wieder Musik; Musiker und ihre Aufzüge, Soli und ihre Qualität, Arrangements und Interpretationen.
Auf der Truck Stage werde ich Samstagmittag auf Le Bocal aufmerksam. Es gießt in Strömen, weshalb ich stutze, als ich die Menschenmasse sehe. Nach einer Weile Stehen und Staunen ist klar: diese Franzosen muss ich Sonntag unbedingt auf der Hauptbühne erleben.
Auf der Main Stage derweil Orange The Juice. Gefällige Jazz-Klänge umschmeicheln das Ohr, öffnen es behutsam, nur damit der plötzliche Bruch zum Metal umso härter zuschlagen kann. Es ist wie Zuckerbrot und Peitsche, lock' das Ohr an, lull' es ein und dann verprügel' es, foltere es, stich hinein bis Blut kommt. Es ist pure Ironie am Hörer und am eigenen Musikverständnis, Satire auf moderne Musik, Spaß an der Irritation.
Und dann the Central Scrutinizer Band, "die Brasilianer". Wahnsinn, was eine Zappa-Cover-Band für Laune machen kann. Der erste Gedanke ist unwillkürlich "Mann, sind die gut." Hier heißt es eindeutig "besser als das Original". Die Zappa-Aufnahmen klingen gegen diesen satten Sound wie Prototypen der Songs. Exaktheit und Detailtreue verraten die Ehrfurcht vor dem Meister, die Huldigung des "Freak & Genie", das omnipotent vom Plakat auf die Band hinab starrt. Natürlich ist nicht alles Zappa, doch auch die Eigenkompositionen stehen den Werken des Gurus in nichts nach. Die ganze Band ist im Zappa-Fieber, ist der Geist Zappas und hat dabei offensichtlich so verdammt viel Spaß, es ist der helle Wahnnsinn. Wahnwitzige Gitarrensoli mit genau dem richtigen Maß an Wah-Wah, Saxophone, auf denen Luftgitarre gespielt wird und mehrstimmiger Gesang, der einem einen Schauer über den Rücken jagt. Was da auf der Bühne abgezogen wird, ist eine einzige Zappa-Party - und alle dürfen mitmachen. Auch Ray White und Robert Martin, die der Party augenscheinlich die Krone aufsetzen. Die Band verkommt nicht zur Begleitband, sondern harmoniert so perfekt mit den Musikern, dass man unfreiwillig zu grinsen anfängt, einfach, weil allein das Dabeisein so herrlich ist.
Danach hat natürlich jede Band einen schweren Stand, wenn sie daran anknüpfen muss. Die Leute sind teilweise satt und zufrieden, haben für die nächsten zwei Stunden genug gute Musik gehabt. Dieses Kreuz haben Beardfish auf sich zu nehmen. Progressive Rock aus Schweden, handwerklich gut gemacht, ein wenig wie Gentle Giant, teilweise mit Einflüssen vom Hard Rock der 70er. Klingt gut, macht Laune, gute Performance, aber viel mehr auszusagen ist man nicht fähig, weil man nicht mehr aufnehmen kann, zumal sich viele auch für Daevid Allen's University of Errors bereithalten wollen.
Das erste Gefühl beim Erblicken Allens ist Angst, Angst um den gebrechlichen Mann, der sich auf der Bühne zu sehr verausgaben könnte. Doch die Angst ist ungerechtfertigt: Allen erscheint wie ein junger Vogel, springt herum und stellt mit seiner Energie so manchen Jungspund in den Schatten, kann singen wie Yes, zelebriert den typischen 70er Jahre-Gesang und wirkt dann wieder wie ein gebrochener alter Mann, desillusioniert und ausgebrannt. Er wechselt zwischen den Erscheinungen und Stimmungen von einem Moment auf den anderen, inszeniert sich als Guru des eigenen und gemeinsamen Musikreiches. Anrührend, ruhig, fast elegisch und dann wieder kraftvoll in wütender Verzweiflung. Bei alldem ist die Ähnlichkeit zu Gong nicht zu leugnen - warum sollte man dies auch tun? Es kommt mir vor wie ein Déjà-vu des Vorjahrs, in der Menge stehend Gong erleben - nur eben in einer abgespeckten und persönlicheren Version. Denn obwohl die Band größtenteils mitzieht, erreichen sie nicht die erhoffte Intensität, reißen nicht genug mit, um den Höhepunkt zu markieren. Der zweite Gitarrist erscheint charismatisch, ohne die Bühnenpräsenz Allens zu schmälern, der Bassist hingegen kann am ehesten als sparsam bezeichnet werden. In seinen Bewegungen, in seinem Spiel, immer wirkt er cool und abgeklärt, wie ein gesetzter, professioneller Musiker. Er macht seinen Job und den macht er gut - aber eben auch nicht mehr. Die Musik ist ohne Zweifel hochwertig, doch kaum pointen- und überraschungsreich. Das Erlebnis Daevid Allen hinterlässt einen leicht faden Nachgeschmack.
Das erste, wozu ich mich am nächsten Tag aufraffen kann ist zugleich mein ganz persönlicher Höhepunkt. Le Bocal, die "Offenbarung" vom Vortag. Die Band sieht im ersten Moment fast aus wie eine klassische Bigband: Posaunen, Trompeten, English Horn, Keyboard, Gitarre, Bass, Schlagzeug, Bariton-, Tenor- und Altsaxophone; Variationen möglich. Und mit jedem Musiker potenziert sich das Erlebnis. Wo beginnen? Wohl beim Hervorstechendsten, dem Sänger Ernie Odoom. Olivfarbener Teint, knielange schwarze Tunika, schwarze Kopfbedeckung, braune Augen, unheimliches Charisma. Unheimlich ist auch, was dieser Mensch mit seiner Stimme anstellt. Kehlige Laute im Staccato, quietschendes Falsett, tiefes Brummen. Die Stimme ist weder zu einschmeichelnd noch zu rau. Er geizt nicht mit Virtuosität, beherrscht dieses schönste aller Instrumente bis zur Vollkommenheit und steht doch immer im Dienste der Band. Odoom verkommt nicht zum Alleinunterhalter, sondern nimmt sich oft absichtlich zurück, leitet aber durch seine Moderationen dennoch mit vielen witzigen Anmerkungen und Hintergrundinfos durch das Set. Was auch auffällt: er scheint nicht der musikalische Leiter zu sein, denn das Dirigieren und Arrangieren übernimmt größtenteils Cyril Moulas, der Gitarrist.
Erstaunlich ist ebenfalls Laurent Desbiolles am Baritonsaxophon. Es ist eine wahre Freude, seiner Mimik zu folgen. Als käme er frisch von der Schauspielschule, gibt er der Musik eine ganz und gar stimmige Visualisierung. Die Augenbrauen tanzen, die Augen treten aus den Höhlen, voller Inbrunst bläst er ins Bariton. Er windet sich auf seinem Stuhl, die Beine heben ab, der Kopf wird von einer Seite zur anderen geworfen bis sich die Begeisterung auch auf den Beobachter überträgt.
Was gespielt wird, ist größtenteils auch Zappa, bei jedem Lied aber bricht die Band aus, bringt eigene Interpretationen herein, entwickelt die Songs weiter, setzt sie gekonnt in einen anderen Takt, verändert sie teilweise von Grund auf, bis man plötzlich wieder ein paar Bläsereinwürfe erkennen kann, die Phrasen des Originaltitels sind. Beim Gitarrensolo fängt unvermittelt die Blechsektion zu tanzen an, vollführt die Holzsektion synchrone rhythmische Bewegungen. Der krönende Abschluss ist die Zugabe, ein funkiges Stück mit Ohrwurmpotential, das akutes Tanzbedürfnis weckt, ohne im Geringsten trivial zu sein. Ein herrlicher Auftritt ganz im Sinne Zappas. Er wäre mehr als zufrieden mit den Jungs aus Frankreich und ich bin es auch. Musikgesättigt und rundum zufrieden, ich kann nach Hause gehen.
Eigentlich ist die Zappanale pure Satire, denke ich auf dem Rückweg. Das Volk lacht, unterhält sich, trinkt und doch gilt all dies der Musik. Zappas Kritik in "America drinks and goes Home" würde hier auf ganz eigentümliche Art wunderbar ins Leere gehen, opfert man doch ein ganzes Wochenende (und zum Teil sogar mehr) allein dem Meister höchstpersönlich -und damit auch irgendwie sich selbst.
The sky was crying - dachten sich wohl die meisten Zappanalebesucher bei ihrer Ankunft in Erwartung eines riesigen Schlammbeckens vor der Hauptbühne. Doch behelfsmäßig ausgerüstet mit Gummistiefeln oder barfuß und einer Engelsgeduld wurde die (im Endeffekt ganz banale) Feuchtigkeit triumphal besiegt und man konnte dir Lichtblicke des Wetters genießen. Ganz im Gegensatz zu diesem grauen, monotonen und monochromen Wetter stand die abwechslungsreiche und besonders virtuose Musik, die von Country bis Avantgarde-Rock reichte. Auffällig waren dieses Jahr die vielen, fast balladenartigen Monumente, die vielen Musikern als Grundlagen für ihre sehr eigenen und oft auch beispiellosen Soli dienten, wobei leider zu vermerken ist, dass die Stimmung und der Drive unter der Zähflüssigkeit dieser zappaesken Hymnen gelitten haben - man konnte die Stücke mit feurigen Rhythmus und Leidenschaft an einer Hand abzählen. Die Aufmerksamkeit hat sehr leiden müssen, wenn die eingängigen Rhythmen fehlten, was aber keineswegs die Zappanale missbildete, da auch einige reizende Werke dabei waren.
Besonders hervorgetan (man kann das Lob hier nicht in Worte fassen) hatten sich die Franzosen LeBocal, die eine Präsenz auf der Bühne ausstrahlten, die für alle Bands zusammen gereicht hätte. Es war einfach köstlich, die Begeisterung aller, besonders der Bläsersektion, zu sehen, zu hören und zu spüren und sich davon anstecken zu lassen. Neben dieser ausgelassenen Stimmung lebte ihr Jazzrock vom Charisma und der voluminösen Stimme des Frontmannes, der es auf wunderbarer Weise verstand, mit dem Publikum zu spielen und damit der Band ihren einmaligen, spezifischen, verspielten Charakter verlieh. Dabei waren die Arrangements der Zappastücke sehr geschmackvoll und auf sehr eigene, verjazzte Weise interpretiert und gestatteten neben einem wunderschönen Jazzguitarsolo auch der Posaune, Trompete (wunderbar mit Dämpfer) und dem Englischen Horn, sich solistisch zu versuchen.
Auch die brasilianische The Central Srcutinizer Band konnte mit rasanten und vertrackten Rhythmen dienen und begeisterten nicht nur mit ureigenster Zappamusik, sondern auch mit ihrem südamerikanischen Temperament, das dem Publikum einheizte, sodass die Begeisterungsstürme kein Ende fanden. Auch bei ihrem Auftritt überzeugte der Spaß an der Musik, der sich wie bei LeBocal in musikalischen Albernheiten und Parodien widerspiegelte. Ganz anders da, um mal noch bei den Zappacoverbands zu bleiben, waren die Britten Zappatika, die viele der schon erwähnten Monumente preisgaben und durch die Virtuosität der Einzelmusiker herausstachen, aber Aufmerksamkeit nicht dauerhaft fesseln konnten.
Doch wie jedes Jahr fand man nicht nur Zappa sondern auch ganz andere Musikstile, die vom ProgRock der Schweden Beardfish bis zu sphärischer, psychedelischer, rockiger Schrillheit Sebkha Chotts aus Frankreich reichte, die durch extravagante Kleider und Experimentalismus auffielen. Trotz reichlich Verzerrung und elektronischer Effekte lieferten sie immer wieder überraschende Passagen, die sich von dem vorher Gehörten abhoben (eine besondere Kuriosität war der Schlagzeuger, der so echt als Frau verkleidet war, das diese Täuschung bestimmt bei vielen angekommen ist.)
Auch dieses Jahr war Gong wieder vertreten, wenn auch nur stückchenweise. Obwohl Daevid Allen sich wirklich Mühe gegeben hat mit seinen University of Errors, konnte er die Qualität des Auftritts vom letzten Mal nicht mehr erreichen (obwohl er auch nicht versucht hat, Gong nach zu machen, sondern eigene Stücke präsentierte, wie man zu seiner Verteidigung sagen muss).
Die Kraft war weg und die Musik zu dünn und bisweilen so populär und banal, wie man es von einem Avantgardisten nicht erwartet hätte. Besonders sein Gitarrist schein der Aufgabe nicht richtig gewachsen zu sein, da seine Soli sich zu sehr ähnelten. Da half auch etwaige Verkleidungen nicht mehr. Eine weitere Auffälligkeit war das Fehlen eigener Bands der Altmeister und Zappamitstreiter, da außer Jean-Luc Ponty, mit einem sehr gefühlvollen Programm, nur Gastauftritte mit Ike Willis, Napoleon Murphy Brock, Robert Martin oder Ray White zu sehen waren. Da hat wohl jemand nur noch Lehrmeisterfunktionen und in einer neuen, kreativen Generation gute Erben gefunden!! Und gerade das macht die Zappanale so einmalig, da hier die Musik von Frank Zappa gelebt, belebt und weitergegeben wird. Eine würdige Aufgabe. Dabei zeichnet sich auch diese Zappanale durch Friedlichkeit und Freundlichkeit aus, einzig dem Genuss der Musik gewidmet. Dennoch ist es augenscheinlich, dass die Gefahr besteht, die Zappanale zu einem Individualistentreffen werden zu lassen, das von Hippies, Steinzeit- und Mittelaltermenschen bevölkert wird. Denn gerade diese arten zu Subkulturen aus, die kaum noch wegen der Musik gekommen sind, sondern nur noch ihren alternativen Lebensstil vorleben müssen. Es ist gewiss amüsant, sich endlich mal auszutoben und alle Konventionen zu sprengen, á la Zappa. Jedoch darf die Musik nicht vergessen werden.
Wie dem auch sei, war auch diese Zappanale wieder ein musikalischer Hochgenuss mit viel jugendlichem Potenzial, ein Trimalchosfest der Virtuosität mit vielen kleinen Höhepunkten in der Musik als auch im Wetter. Schön wäre es, wenn sich die jungen Bands wie LeBocal oder The Central Srutinizer Band als Grundstock der nächsten Generationen etablieren dürfen, die Altmeister wieder mit eigener Band (aber bitte nicht vordergründig) auftreten und die School of Rock endlich wieder Zappa spielt. Und ProgRock und Avantgarde wieder mehr Bandbreite erhalten.
Mit dieser Wunschliste ausgerüstet und einer unverwüstlichen Hoffnung auf Sonnenschein kann man sich nur auf die zweiundzwanzigste Zappanale (schon eine halbe Schnapszahl, mal sehen, was man dann so ausgeben kann) freuen und gespannt warten. Und sein Gehör schulen. Mit ein bisschen Zappa. Und oder lieber Bach.
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Text1: VM
Text2: Agnete Granitzka
Text3: Mathias Oster
Bilder: Franz Mantei, Willi Mantei, Agnete Granitzka
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