Yang "a complex nature" (Cuneiform Records 2004)

Was gibt es da noch zu sagen, wenn das Album "a complex nature" heißt? Yang ist das jüngste Projekt des ehemaligen Shylock- und Philharmonie-Gitarristen Frédéric L'épée. Der französische Musiker hat Philharmonie aufgelöst, sieht "a complex nature" aber als natürlichen Nachfolger der Philharmonie-CDs "Rage" und "The Last Word". Für sein neues Projekt Yang umgibt sich Frédéric L'épée mit den besten Musikern aus Nice, Frankreich Julien Vecchié (g), Stéphane Bertrand (b) und Volodia Brice (dr).
Die 8 Songs auf der CD sind zwar Kompositionen von Frédéric L'épée, aber spontan und improvisativ im Studio aufgenommen worden. Die improvisative Art des Aufnehmens, das Einfangen der momentanen Stimmung und Inspiration war es, was die Band zum Ausdruck bringen wollte.
Die Songs sind teilweise sehr rau, erinnern an Philharmonie und entfernt an Shylock, mehr direkte Ähnlichkeiten gibt es zu King Crimson (ca. 1974), L'épée's Gitarre klingt in ganz berückenden Momenten wie die von Robert Fripp, überhaupt sind seine Spielart und Technik mit der des Crimso-Chefs durchaus zu vergleichen.
Die Struktur der Songs ist jedoch nicht direkt crimsonesker Art, die französische Band hat gewiss nicht geplant, wie (im Jahr 1976 nicht existierende) KC zu klingen, und so ist es auch nicht. Aber die Härte der Songs, die Rauheit der Soli, die Brachialität der Ideen - das hat schon was von genannter Combo. Moderne Klänge spielen in "a complex nature" nicht ein. Die Veröffentlichung ist ein Avant Prog Klassiker von Beginn an. Entsprechend werden die Reaktionen der Fans sein. KC-Jünger und Avant Prog Freaks werden entzückt sein. Wer abstrakten Strukturen nichts abgewinnen kann, flieht das Album.

cuneiformrecords.com
VM



Zurück