|
Yakuza "Way Of The Dead" (Century Media 2003)
|
Wie würde Tommy von Bollo das nennen: Dynamik Rock. Yakuza mixen so einige Vorstellungen abgedrehter Musik zu einem verblüffend wild-chaotischen Experimental Thrash Metal. Die Liste der Einflüsse ist lang: genannt seien Free Jazz, AvantRock, Hardcore und Ambient. Das zweite Album der Amerikaner James Staffel (dr), Eric Plonka (g, voc, gerade durch Andrei Cabanban - American Heritage - ersetzt), Bruce Lamont (voc, sax) und Eric Clark (b) bläst Sturm, das man meinen könnte, Dillinger Escape Plan, Naked City incl. John Zorn und Fantomas hätten Yakuza so vollgequatscht, dass die zu nichts anderem mehr in der Lage waren. "Way Of The Dead" ist schön technisch geschmiedeter Höllenlärm, der verschmitzt und vergnügt klingt. Als würden sich die Jungs sagen, es sei an der Zeit, die Metal-Szene gründlich zu verarschen, wobei sie ganz tief in die Trickkiste gegriffen haben. Allerfeinste Songs haben sie zustande gebracht. Die fangen schon mal blechern und eingängig an und fräsen so vor sich hin, nur um zu einem rasanten und orgiastischen Höhepunkt zu kommen, der mit diesen Mitteln nur im Glücksfall so genial gerät. Hin und wieder gibt es einige sehr schöne, freie Saxophon-Soli wie im guten alten Free Jazz, was mir in dem Metal-Umfeld so richtig gut gefällt. Die ersten 7 Stücke sind sich da ziemlich einig. Aber das 8. Teil macht nicht mehr mit. Plötzlich ist alles ganz anders. Die Band verrät ihren heimlichen Sound, und das in ausgedehnten 43 Minuten!!! Ambienter Jazz-Fusion, wie in der Zeitschleife und doch schwer überzeugend, fließt wie ein Hitzeschwall dahin, lähmend, faszinierend. Das Schlagzeug hält trippelnd den Takt, von einem notorisch monotonen Bass begleitet, während sich Gitarre und Saxophon (gedoppelte) Ambientfrasen erlauben, die das Stück davontragen. Was für eine Elegie, was für eine wohltuend vibrierende Luftigkeit. Nachdem im Metal schon so ziemlich alles in den Mainstream getuckert wurde, ist es an der Zeit, den avantgardistischen Monstern aus dem schrägen Lager Raum zu geben. Yakuza stehen da in guter Tradition und überzeugen lässig mit eingenständiger Note.
yakuzadojo.com
VM
Zurück
|
|