WIR SIND HELDEN, Live am 20.7.2007 in der Jungen Garde Dresden

Blitze, Bläser und Bombenstimmung

Die Helden lieben Dresden - und umgekehrt. Das war bereits vor Beginn des eigentlichen Auftritts spürbar, als Frontfrau Judith Holofernes unter bedrohlich schwarze Wolken auf die Bühne tritt: "Entweder wir spielen jetzt zehn Minuten und müssen dann aufhören oder wir warten das Unwetter ab und ihr sucht euch einen trockenen Platz." Keine leichte Aufgabe für die Masse der etwa 3.000 Besucher in einer Open-Air-Location. Die wenigen überdachten Durchgänge waren schnell mit schwitzenden Menschen verstopft, während die Meisten Blitz, Donner, Sturm und Regenguss über sich ergehen lassen mussten. Eine Stunde später war es noch nicht völlig trocken, aber doch trocken genug, um den Konzertstartschuss zu geben.

Begrüßung mit "Guten Tag" - der gleichnamige Hit steht als Nummer zwei auf der Setlist und ist die Initialzündung für ein bis zum Finale anhaltendes Stimmungshoch. Dazu trägt auch das sich bessernde Wetter bei: Der Regen verabschiedet sich und macht einem tiefroten Sonnenuntergangshimmel Platz. Währenddessen bieten die Helden popmusikalische Unterhaltung vom Feinsten. "Rüssel an Schwanz", "Aurélie", "Müssen nur wollen"… - diese Band hat bei nur drei aufgenommenen Platten Hits ohne Ende im Gepäck. "Bist du nicht müde?" fragt Frau Holofernes die Fans nach einer Weile. Und spielt auf ihren neuen Tagesrhythmus als junge Mama an. Das unvermeidliche "Denkmal" bringt die Stimmung auf den Siedepunkt. Überraschte Gesichter beim Cure-Stück "Why canīt I be with you": Ja, man kann auch englischsprachig. Und um das zu unterstreichen gibt es auch noch "Blow Him Back Into My Arms" von Moneybrother, das fast unmerklich übergeht in "Ein Elefant für dich". Spätestens jetzt spürt auch der letzte Skeptiker, dass die Frau richtig singen kann. Gänsehaut pur! Nach dem melancholischen Intermezzo steht aber wieder Spaß im Vordergrund, wozu auch das Bläsertrio Die Piloten mit ihren glücklicherweise nicht ganz durchgestylten Tanzeinlagen beiträgt. Die drei Herren im dunklen Anzug sind aber auch eine musikalische Bereicherung, geben dem Helden-Sound stellenweise einen Hauch von Ska. Die aktuelle Scheibe "Soundso" punktet unter anderem auch durch Saxofon- und Trompetenklänge.

Ein und eine dreiviertel Stunde lang lassen Wir sind Helden die (innere) Sonne strahlen - und freuen sich nach vielen Festivalauftritten über ein Publikum, das nur wegen ihnen gekommen ist. Judith Holofernes: "Mit diesem Konzert liegt die Stimmungsmeßlatte für den Rest der Tour sehr hoch." Die Helden lieben eben Dresden - und sind daher nächstes Jahr sicher wieder da. Aber vorher findet im September und Oktober erst einmal die eigentliche Tournee zum neuen Album statt.

wirsindhelden.de
Text: Stefan
Bilder: Cordelia



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