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WENZEL & BAND, Live am 03.11.09 in der Scheune Dresden
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Der durchgeknallte König von Honolulu
Schlager ist die deutsche Antwort auf die Salsa. Und wie man bei Salsa eigentlich nicht stillstehen kann, so konnte man es auch bei vielen der Stücke des "Königs von Honolulu" - so der Name der aktuellen Live(!)- Platte von Wenzel - nicht. Als Motto des Abends gab der König des echten deutschen Liedgutes dann auch "Tanzen" aus. Wenn schon nichts zu ändern ist auf der Welt, kann man doch immerhin auf ihr tanzen. Tanzen auf dem Vulkan eben.
Neben schrägen Schlagern standen Schnulzen und Shantys auf dem Programm des Abends. Auf der Bühne zeigte sich ein Hans-Eckart Wenzel im Königsmantel, dessen Laune und Spielfreude einfach ansteckend waren. Es war der absolute Kontrast zu den ruhigen bis nachdenklichen Soloshows. Kitschig, trashig, trivial, durchgeknallt. Anarchisch auf eine ganz neue Art. Man hatte das Gefühl, dass der Mittfünfziger (ein Alter, das man ihm nach wie vor nicht anmerkt) nur auf diese Art von Konzert gewartet hat. Dabei musste das überwiegend im Wenzel-Alter befindliche Publikum nicht auf bissige Kommentare verzichten, die teilweise derber als gewohnt ausfielen: Es ist aus und vorbei wegen deinem Arschgeweih - um nur ein Beispiel zu nennen.
Wenzel, selbst ein Könner der verschiedensten Instrumente von Gitarre über Akkordeon bis Piano, hatte sich eine komplette Combo an die Seite gestellt. Durch die Bank brillante Musiker, was z. B. Stefan Dohanetz an den Drums bei diversen Soloeinlagen unter Beweis stellen durfte. Und sie hatten dazu noch jede Menge Spaß auf der Bühne, die fünf Herren und die eine Dame. Letztere war Wenzels Tochter Karla, die allerdings teilweise etwas zu überdreht wirkte. Dennoch - wie sie sich mit schrägen Kopfbedeckungen von Cowboyhut über russische Tschapka bis hin zu einem als Vietnam-Hut getarnten Becken immer wieder an die unterschiedlichen Stimmungen der Songs anpassten, das war wirklich großes Kino.
Ungewöhnlich dann die Pause nach anderthalb Stunden. Aber durchaus sinnvoll angesichts der Gesamtkonzertdauer von nahezu drei Stunden. In der zweiten Hälfte wurden all jene versöhnt, die vom "Schlager-Wenzel" etwas irritiert waren. Und so folgten doch noch ein paar alte Liebes- und maritime Lieder. Und auch die "Banane" erlebte - passend zum 20. Mauerfalljubiläum - ihre Auferstehung.
Dass am Ende nicht - wie angekündigt - das Tanzpaar des Abends gekürt wurde, spielte keine Rolle. Es gab zig Tanzpaare des Abends, die einen so ungewöhnlichen wie unterhaltsamen Wenzel-Auftritt erlebten.


wenzel-im-netz.de
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