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THE VIEW "Hats Off To The Buskers" (Red Ink/Rough Trade) VÖ: 16.03.2007
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Der sich mittlerweile schon seit Jahren hinziehende Brit-Rock-Hype hat ja auch sein Gutes: Man lernt was über britische Geographie. Okay, London war uns auch ohne Bloc Party, The Libertines und Art Brut schon bekannt, Glasgow (Franz Ferdinand) vielleicht auch. Newcastle (Maximo Park) und Sheffield (Arctic Monkeys) sind da schon exotischer. Und nun haben wir endlich auch Gelegenheit, uns mal mit Dundee zu beschäftigen. Dundee liegt an der schottischen Nordseeküste, da wo der Fluss Tay in selbige mündet und von Dundees Hauptsehenswürdigkeit überspannt wird. Die drei Kilometer lange Brücke ist vor allem deshalb bekannt, weil ihre Vorgängerin vor knapp 130 Jahren spektakulär zusammenbrach. Aber darum soll es hier natürlich nicht gehen, sondern um Dundees neuste Hörenswürdigkeit. The View sind vier Working-Class-Rotzlümmel, die nun zwar nicht die Rockmusik neu erfinden, aber durchaus Spaß machen. Vor allem, weil das reichliche Dutzend Dreiminüter auf ihrer Debüt-Scheibe einiges an Abwechslung zu bieten hat, und das ist ja schon mal was, das man nicht von allen diesen jungen Brit-Hype-Epigonen sagen kann.
Leider geht es etwas langweilig los. Die beiden ersten Titel kommen als ordinäre 4/4-Takt-Kracher daher, die zwar ordentlich rocken, ansonsten aber keiner weiteren Erwähnung wert sind. Bei Nummer drei, "Same Jeans", wird über unser aller Alltags-Ikone erzählt und Sänger Kyle Falconer hat erstmals Gelegenheit, sein lustiges schottisches "R" schön in den Vordergrund zu rollen. Eine sympathische Masche, die sich durchzieht. "Hats Off To The Buskers" kann über fast die ganze Albumlänge Songwriter-Qualitäten und viele drollige Einfälle bieten. "Skag Trendy" ist schön schräg, eine verträumte Ballade ("Face For The Radio") fehlt ebenso wenig wie eine Liebeserklärung an "Claudia", es gibt Material zum Mitgrölen ("Wasted Little DJ's"), einen knackigen Ska ("Wasteland") und ganz zum Schluss, offiziell schon off the record, einen herzigen 35-Sekunden-Traditional. Sicher, das alles wird sich in den ewigen Annalen der Popgeschichte auf Dauer nicht ganz oben einreihen, als Soundtrack zum Frühling 2007 macht es aber eine Menge Spaß.
André Hennig
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