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Steve Vai "Live at the Astoria" DVD
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"Dat sind keine Hände, dat sind Pranken" würde man im zukünftigen Industriemuseumsdorf Ruhrgebiet sagen. Und tatsächlich, bei keinem anderen mir bekannten Gitarristen der Post-Hendrix-Ära sieht der Gitarrenhals so klein aus wie bei Steve Vai. Und wir reden hier von einem 24-Bund-Hals mit Stratocastermensur.
Nahezu perfekt zeigt Steve hier sein Können auf der Klampfe und auch die Backing Band steht hier dem Maestro in nichts nach. Womit wir auch schon beim Knackpunkt wären, den Billy Sheehan (Bass), Tony MacAlpine (Guitar & Keyboards), Virgil Donati (Drums) und Dave Weiner (Guitar) werden mitunter zu Statisten degradiert, wenn Vai hoch und höher fliegt. Schon bei Mike Keneally hatte man das Gefühl, dass er, während seiner Steve-Vai-Zeit, dem Chef mehr als nur ebenbürtig war. Das weiß auch Steve und gibt den Musikanten ausreichend Platz für Soli oder eigene Songs, z.B. Billy Sheehan mit "Shy Boy" und "Chamelion". Doch wie gesagt, das Rampenlicht gehört Herrn Vai, das er auch gekonnt nutzt mit seinen theatralischen Tanzeinlagen, Gesten, Habita. Übertrieben finde ich nur die häufigen Kostümwechsel bei Steve. Den Oberbock schießt er damit bei "Bad Horsie" ab, wo er eher wie ein homosexueller Borg aus dem Star Treck Universum wirkt, denn wie ein erwachsener Gitarrist. Das aber nur am Rande, denn egal, wie, Vai weiß zu unterhalten und genießt sein Spiel mit seinen Lieblingsgitarren "Evo" und "Flo", beides natürlich Ibanez Jem 7 VWH. Auch sonst lässt Steve hardwaremäßig nichts anbrennen, ob Carvinverstärker, Wah oder Volumepedal, Signature wohin man sieht. Das equipmentmäßig alles von Guitar Tech Legende Thomas Nordegg (F. Zappa, Warren Cuccurullo) verwaltet wird, erfreut dann auch den Insider. Auf DVD 2 dann auch noch ein Interview und Sketche mit Vai. Das allein macht für mich die DVD schon zum Pflichtkauf. Auch Proben, Bandrehearsals u.a. runden das Ganze dann ab. Die Songauswahl übrigens bietet einen repräsentativen Querschnitt durch Vais gesammelte Karriere und wird wie eingangs erwähnt, gekonnt durchgebracht. Gardenrobentechnisch sollte sich Steve allerdings mehr Joe Satriani als Prince DVDs anschauen, denn bei allem Respekt, manchmal geht es zu sehr in Richtung Michael Jackson. Letztendlich lohnt sich der Kauf dieser DVD aber doch, denn für den Preis wird schon enorm viel geboten. Ach übrigens, die gefakte Augenbindenummer zu Beginn, Herr Vai, ist mehr als peinlich. Da wirkte der TITANIC Journalist bei "Wetten das" damals überzeugender!
Michael KrAMPe
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