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Tony Banks "A Curious Feeling" (Charisma 1979/Esoteric Recordings 2009)
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Entstanden zu einer Zeit, als Genesis pausierten, weil Phil Collins in Scheidung lag, 1979, nach "and then there were three..." und vor "Duke", in einer Zeit der entscheidenden musikalischen Wende also, veröffentlichte Keyboarder Tony Banks sein erstes Soloalbum. Banks spielte bis auf das Schlagzeug sämtliche Instrumente selbst, wobei ihm das Bassspiel wegen seiner besonderen Technik am schwersten fiel, wie im Booklet nachzulesen ist. Gitarre hatte Banks schon auf mehreren Genesis-Alben gespielt, die zwölfsaitige akustische etwa.
Für das Schlagzeug gewann er Chester Thompson, der auf Genesis' Livealbum "Seconds Out" zu hören ist und mit dem Tony Banks befreundet war (bzw. ist). Kim Beacon übernahm den Gesang. Warum er den Großteil der Einspielung selbst übernommen hat, ist im Booklet zur jetzt in neuem Stereo-Mix veröffentlichten CD nachzulesen, von ihm selbst geschrieben. Kaum eine der Ideen der 11 Songs auf dem Album waren für Genesis gedacht. Inspiriert hatte Banks die Science Fiction Story "Flowers for Algernon" von Daniel Keyes.
Parallelen zu "A Trick Of The Tail", "Wind And Wuthering" und "and then there were three..." sind in Banks Keyboardspiel und im -sound zu erkennen. Die Vokalsongs haben deutliches Popfeeling, die weit angelegten instrumentalen Passagen, zumeist melancholische Keyboardfantasien, haben mit Rock oder Pop wenig zu tun, sind verträumt, harmonisch komplex, zumeist intensiv mit dramatischen Entwicklungen oder verkopft lyrischen Partien. Obwohl das Gros der Songs von Tony Banks selbst geschriebene Texte hat, sind doch alle Songs überwiegend instrumental geprägt oder haben ausgiebige Instrumentalstrecken. In den zwischen knapp drei und fast acht Minuten langen Tracks wird viel Raum dafür eingenommen. Banks Keyboardspiel dominiert, die Gitarre ist dem deutlich nachgeordnet. Chester Thompson trommelt sachlich, wenig technisch komplex, obschon aufwendig und differenziert, liedhaft, ohne besonders auf eingängigen Groove zu setzen. Die symphonische Prägung ist vielfach zu spüren, in Rhythmus wie in Harmonie.
Beacons Gesang erinnert stark an Stevie Wonder, die Stimme an sich sowie sein Gesang haben starke Ähnlichkeiten.
Obschon "A Curious Feeling" mit den großen Genesis-Alben längst nicht mithalten kann, macht es überwiegend doch einen guten Eindruck, zeigt den Musiker an der Schwelle zu eingängiger Popmusik, wie seine folgenden Alben zeigen sollten. Keines seiner weiteren Soloalben in den 1980ern, das nächste, "The Fugitive", kam 1983 auf den Markt, konnte qualitativ da heranreichen. Damit stand das Album nicht allein, die personellen Einzelteile Genesis' lagen mit ihren Soloalben immer weit hinter ihrer gemeinsamen Arbeit zurück.
Im Nachhinein betrachtet ist "A Curious Feeling" eine in ihrer Zeit doch noch positive Episode, damals jedoch mussten die Fans gewiss ganz schön mit sich ringen, das Album und Banks noch mögen zu wollen.
Die 11 Songs, zusammen 54 Minuten lang, sind für die vorliegende Auflage neu digital remastert und neu gemixt worden. Tony Banks meint im Booklet, dass die Arbeit an den Genesis-Boxen auch seine Soloalben in den Fokus gerückt habe. So wird das Album als Solo-CD als auch zusammen auf CD+DVD veröffentlicht.
genesis-music.com
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VM
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