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ANNA TERNHEIM Live am 19.9.07 im Starclub Dresden
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Großes Kino im Stehen
Manchmal wünscht man sich ein Sitzkonzert. Der Auftritt von Anna Ternheim im Dresdner Starclub gehört definitiv zu dieser Kategorie. Aber Stühle sucht man vergebens. Und so findet die Gänsehautreise der Schwedin, die ungewöhnlich pünktlich gegen 21.15 Uhr und ohne Vor- und Begleitband beginnt, im Stehen statt. Warum sie keine Mitmusiker dabei hat, erklärt sie gleich selbst: Es sei einfach zu teuer. Und so erlebt das vom Alter her gemischte Publikum die Ein-Frau-Show der Endzwanzigerin. Frau Ternheim agiert am Piano und an der Gitarre, desöfteren bekommt sie musikalische Hintergrund-Unterstützung vom Band. Und ist dabei unglaublich präsent.
Mit den ersten Klängen schafft sie es, die Zuhörer zu hypnotisieren. Es ist ein anderthalbstündiges Sich-Ausklinken aus dem hektischen Alltag. Die extrem emotionalen, oft melancholischen Stücke lassen wohl niemanden unberührt an diesem Abend, woran die grandiose Stimme, die an Heather Nova erinnert, einen großen Anteil hat. Schon als Konserve genossen, lässt sie Münder offen stehen - live potenziert sich das noch. Ähnliches gilt auch für die Optik der Frau. Ein weißes, weites Hemd, darüber Hosenträger; eine etwas weitere Hose; und als Krönung eine überdimensional-markante Brille - das hatte Stil.
Dafür, dass ihr Publikum nicht in kompletter Introvertiertheit versank, sorgte Anna selbst, und zwar mit ihren Ansagen. Etwa, wenn sie einen Song als den einzigen lustigen, einen anderen als den einzigen tanzbaren des Abends ankündigt. Oder wenn sie im Zugabenteil nach Liedwünschen fragt und den einzigen Zuruf mit einem bestimmten "No" ablehnt.
Konzerte wie das von Anna Ternheim sind etwas Besonderes, ganz so wie das auf Schwedisch (?) intonierte Lied zum Schluss. Auch ohne Stühle großes Kino. Vielleicht das nächste Mal mit Band, nur mal so zum Vergleich.


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