MARIA TAYLOR, Live am 14.09.08 im Beatpol Dresden

Die reizvollen Seiten des Herbstes

Manchmal braucht es nicht viel für einen bezaubernden Konzertabend: Eine Frau mit ebenso warmer wie zerbrechlicher Stimme, zwei Gitarren und 15 traurig-schöne Lieder. Das waren die Zutaten des Auftritts von Maria Taylor. Sie kam nicht allein, hatte Andy Le Master (beide kennen sich aus der gemeinsamen Combo Now it's Overhead) an ihrer Seite. Mit ihm spielte sie die aktuelle EP "Savannah Drive" ein, und so war es natürlich keine Überraschung, dass Stücke dieses akustisch ausgerichteten Silberlings erklangen. Daneben gab es Material der beiden Taylor-Solo-Scheiben "11:11" und "Lynn Teeter Flower" zu erleben. Aber auch die vier, fünf gänzlich neuen Kompositionen kamen beim an kleinen Tischen sitzenden Publikum (erstes Sitzkonzert im Beatpol!) bestens an. Schließlich hatte auch Andy Le Master Gelegenheit, zwei seiner Stücke zu präsentieren.

Maria Taylor wirkte bei ihrer Performance nicht weniger fragil als ihre Songs es sind. Nur in kurzem Röckchen und luftigem Oberteil bekleidet, schien es, als würde sie den Sommer zurückholen wollen. Dabei sprachen sowohl die Temperaturen vor der Tür als auch die Sounds eine andere Sprache: die des Herbstes. Auf den hatte sich Unbunny, der ein bisschen an Neil Young erinnernde Support, mit seiner Strickmütze bereits bestens eingestellt. Zum Glück hat auch diese Jahreszeit ihre reizvollen Seiten. Der Start der Deutschland-Tour von Maria Taylor in Dresden war eine solche.

maria-taylor.com
Text: Stefan
Text: André Hennig



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