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Switch Opens "Joint Clash" (Transubstans Records, 22.02.2012)
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Bevor die Stockholmer Band sich Switch Opens nannte, spielten sie einige Jahre unter dem feinen Bandnamen ‚Fingerspitzengefühl', zwei Alben veröffentlichten sie so: 2004 "Fingerspitzengefühl", 2006 "Happy Doomsday". 2000 gegründet, 2008 umbenannt. In Switch Opens. OK.
Der Titeltrack am Ende des Albums ist ein leichtes Alternative-Singspiel, sanftmütig und schmusig, nett und ok, mehr nicht. Davor gibt es sieben düstere Bretter auf den Schädel, und der Eindruck von energischer Wildheit im Starkstromkäfig von plus Doom minus Metal ist nur eines: sehr fein. Die bereits in Metalkreisen gefeierte Altneucombo spaziert nicht auf ausgelatschten Pfaden, sondern hat Witz und Idee genug, im Unterholz nach neuen Schlupfwegen zu suchen. Und sie haben nette Stellen dabei ausgemacht. Von den 8 Tracks (50:49 Minuten) ist fast alles wohl geraten. Der Sound von Anders Bartonek (dr), Tomas Bergstrand (g), Jesper Skarin (b, voc) und Mikael Tuominen (g) hat viele typische Doom- und ebenso viele typische Metal-Bestandteile, darüber hinaus sind magmaeske Dröhnbässe soundbestimmend, alternative Songdienlichkeit zu hören und progdüstere Dramatik kraftvoll zu Ausdruck gebracht.
Der vielseitige und überwiegend kraftvoll dramatische Sound lädt zum Aufdrehen der Soundanlage ein. In aller Komplexität steckt stets soviel Groove, dass staubige Kellerclubs Freude an den bis zu 9 Minuten langen Epen der Band finden können. Der ambitionierte Sammlernachwuchs mit Neugierde im Hörerblut darf sich auf süchtiges Einhören freuen, das Scheppern und Blechen, Kratzen und Donnern hat Schmackes und Elan, lässt sich nicht antreiben und mag bassschwere Laszivität. Hardcore-Doomisten werden die Alternative-Anteile für Mainstream halten, was ich nicht teile, nichts an "Joint Clash" ist auf leicht und eingängig getrimmt, indes ist der Sound nie rein, sondern stets schön dreckig von allerlei verschiedenen Schubladen beschossen. Für die dreckige Brüllnote gibt es den Orden der Besonderheit und der Arrangement-Mix bekommt geputzte Schuhe.
Klingt, als seien die Enkel von Black Sabbath auf Ahnenforschung. Geiler, mit Verlaub, Sound.
switchopens.com
VM
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