SUGARPLUM FAIRY, Live am 07.10.2006 im Star Club Dresden

Kleine Brüder ganz groß

"Die Jungs sind Zucker!" Das, was das Mädel beim Hinausgehen von sich gibt, würde mit Sicherheit die große Mehrheit der Anwesenden (weiblich, ledig, jung) unterschreiben. Wobei sich das süße Kompliment wahrscheinlich nicht nur auf die Optik - die natürlich auch stimmte - sondern eben auch auf Musik, Show und Aura bezog. Sugarplum Fairy sind die kleinen Brüder von Mando Diao, was tatsächlich stimmt, denn zwei der drei Norén-Brüder spielen bei den Fairys, der dritte bei Mando Diao. Der Live-Auftritt von Sugarplum Fairy war allerdings alles andere als klein: sehr cool und professionell haben die Jungs, die gerade mal Anfang 20 sind, auf der Bühne agiert. Und dabei auch noch Sympathien en masse versprüht. Sind eben Schweden.

Insgesamt gab's Rock'n'Roll, der sich hörbar an die Vorbilder der Fairys anlehnte - als da wären Beatles, Stones, Oasis, The Verve. Letzteren widmeten die Jungspunde sogar einen Titel. Manchmal fragte man sich, ob man einen Coversong hörte oder ein Sugarplum-Fairy-Original... Apropos Vorbilder. Wenn man Sänger Victor so betrachtete, glaubte man, den jungen Mick Jagger im Rampenlicht zu sehen. Bewegung, Optik, ja selbst der Gesangsstil erinnerten frappierend an den Rolling Stone. Trotz der Unmenge an Referenzen wirkte die Band aber nicht wie eine Plagiatorenbande, sondern schaffte durch dieses Junge, Ungestüme, die Musik der Siebziger in die Gegenwart zu holen. Was gut ist, muss eben nicht neu erfunden werden.

Die Stimmung war durchweg grandios, bei Hits wie "Sweet Jackie" gab es kein Halten mehr, da wurde dann sogar "gestagedived". Das Ende kam später als erwartet - glücklicherweise, denn anders als einschlägige Bands dieses Genres vom britischen Eiland, die nach 45 Minuten und ohne Zugaben von der Bühne gehen, ließen sich die Schweden nicht lumpen, spielten mehrere Extra-Stücke und kamen so auf gut und gern 90 Minuten. Da waren dann alle glücklich und zufrieden. Strahlende Mädchengesichter am Ausgang. Zucker eben.




Text: Stefan



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