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Soul Sacrifice "Carpe Mortem" (Massacre Records Worldwide/ADA Music Turkey 2011)
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Dan Swanö mixte und masterte das zweite Album der türkischen Death/Experimental Metal Band Soul Sacrifice. Die 1997 gegründete und in Istanbul beheimatete Band ist seit 8 Jahren mit Ozgur Ozkan (voc, b, Murder King, Hayko Cepkin, Acraeus, Comma), Maksim Kirikoglu (g), Feyzi Ocak (g) und Onur Akca (dr, Murder King) besetzt. Die Band arbeitet technisch extrem erlesen, die Songs sind saurund und ultraflüssig wie Quecksilber, das Quartett hat sich wohl Finger und Nerven wundgeübt, die Einspielung ist von großartiger technischer Handschrift, und obschon jeder Ton satt und kraftvoll sitzt, wirkt das Album nicht platt produziert, sondern lebhaft und energisch.
Soul Sacrifice spielen ihren hochmelodischen Death Metal mit ethnisch türkischen Einflüssen. Die Songs sind mit 3 bis 5 Minuten relativ kurz, auf den Punkt arrangiert; wo instrumentale Passagen, knüppeln sich Gitarrensoli durch technische Rhythmusgebirge. Die Rhythmusbasis ist ultraschnell, das Double-Bass-Gewitter setzt raffinierte und mitreißende Bruchlandschaften, der Presslufthammer weiß die richtigen Pausen zu diktieren, so dass die zuhörenden Nerven nicht vor der Zeit erlahmen. Die Songs sind enorm druckvoll. Es geht nicht darum, die extremste Brutalität zu zelebrieren, sondern wahnsinnige Songs, deren Härtelevel sehr hoch gesetzt ist, dass die Melodiesprache noch für großes (Metal-)Publikum nachvollziehbar ist und nicht nur die Extremisten anspricht.
Growls und melodischer Gesang teilen sich die Lyrics, manchmal parallel, wenn beide im Chor miteinander singen. Die Uhrwerk-Band macht dazu keinen Allerwelts- oder langweiligen Sound, die Gitarren sind dezent tiefer gestimmt und haben einen sehr druckvollen, einnehmen Klang. Das funktioniert heute breitenwirksam im Blockbuster Actionkracher, wird seine Extremvitamine so richtig gewiss erst im Konzert live offenbaren, wo die Band ihr Publikum wegbläst.
Nach "Stranded Hate" ist "Carpe Mortem" das zweite Album der Band. Soul Sacrifice suchen derzeit ein Label, um den Sprung über die Landesgrenzen hinaus in die weite Metal-Welt zu schaffen. Die Qualität dazu haben sie tatsächlich. Das Gespür für radikale und doch eingängige Songs, die stilistisch nicht neben der Spur liegen und überzeugen, macht Hoffnung, dass die begabten Jungs eines Tages kein Geheimtipp mehr sein werden. Zahllose Konzerte und Festivals mit großen und unbekannten Bands haben Soul Sacrifice reif für die Zukunft gemacht. Kann losgehen:
myspace.com/soulsacrificetheband
VM
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