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PATTI SMITH, Live am 24.6.2007 im Alten Schlachthof Dresden
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Punk'n'Roll mit grauer Mähne
Wenn sich Musiker im Rentenalter auf die Bühne stellen, ist das kein leichtes Unterfangen. Zu schnell gleiten sie ab in Peinlichkeiten und man wünscht nichts sehnlicher, als dass sie ihren verdienten Ruhestand genießen mögen statt sich im Scheinwerferlicht zu quälen. Patti Smith ist mit ihren 60 Lenzen in genau diesem Alter - und wohl jeder im Saal dachte nach den zwei Stunden Punk'n'Roll: Dieser Frau sollte man es per Gesetz untersagen, sich aufs Altenteil zurückzuziehen.
Über die Legende Patti Smith müssen keine Worte mehr verloren werden, wohl aber über diesen intensiven Abend voller unbändiger Energie. Völlig unprätentiös in Schlabbershirt, Jeans und Boots steht sie da, ganz so als wären nicht Dekaden ins Land gegangen seit ihrem Debütalbum ("Horses", 1975). Natürlich ist sie älter geworden, das nach wie vor wallende Haar ergraut, die Furchen im Gesicht tief. Dennoch hat die Frau absolut nichts von ihrer Ausstrahlung verloren. Wie sie förmlich in die ruhigeren Stücke hineinkriecht, bei den krachigen Nummern alles rausrotzt (auch schon mal im wahrsten Sinne des Wortes) und wie sie tranceähnlich über die Bühne tanzt - in jedem Moment spürt das Publikum, dass hier nichts gekünstelt ist. Die Setlist des Abends mischt Stücke der aktuellen Cover-Platte "Twelve" (u. a. "Are You Experienced" von Jimi Hendrix und "Smells Like Teen Spirit" von Nirvana") mit Historischem. "Space Monkeys", "Gloria" und natürlich "Because the Night", der Überhit, der wie nebenbei in den Gig eingestreut ist. Exzessiver Höhepunkt das unendliche "Rock'n'Roll Nigger". Mehr geht nicht. Dieser Auftritt war einfach nur hinreißend, woran auch die großartige Band beteiligt war: Lenny Kaye an der Gitarre, Jay Dee Daugherty an den Drums und Tony Shanahan an Bass und Keyboards bewiesen eindrucksvoll, warum auch sie nach wie vor auf der Bühne stehen müssen.
Für die allerorten abgefeierten jungen Retro-Rockbands sollte ab sofort ein Smith-Gig Pflicht sein. Danach würden sie es nicht mehr wagen, von der Bühne zu gehen, bevor nicht zwei Stunden um sind.


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Text: Stefan
Bilder: Cordelia
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