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SLUT, Live am 13.03.08 im Beatpol Dresden
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Die andere Popband
Ungewöhnliche Versuchsanordnung auf der Beatpol-Bühne: sechs Glühlampen baumeln von der Decke, rechts und links auf den Boxentürmen steht jeweils eine Mischung aus Mikrowelle und Kofferfernsehgerät, der Bühnenhintergrund wird von einer riesigen Leinwand ausgefüllt. Slut sind in der Stadt und haben eine ordentliche Zahl von Fans und Neugierigen angezogen, so dass es ziemlich eng wird im Club. Eröffnet wird der Abend von einer norwegischen Combo namens New Violators. Es war einer der besseren Supportacts. Der Indiepop mit Joy-Division-Anklängen hatte was, auch wenn die Band nicht wirklich hochmotiviert schien. Immerhin wurde anerkennend applaudiert.
Kurz nach zehn kamen dann die fünf Ingolstädter auf die Bühne. Sie sind derzeit mit ihrem Album "Still No. 1" in aller Indie-Munde und in den entsprechenden Gazetten präsent. Und so war zu erwarten, dass die Stücke von "Still No. 1" das Konzert dominieren würden. Das taten sie nur teilweise, denn Slut haben inzwischen sechs Alben im Gepäck. Und daran lassen sie ihr Publikum auch Anteil nehmen. So abwechslungsreich wie die Setlist war auch der Rest des Auftritts. Die Bayern sind eine unkonventionelle Truppe, was sie u. a. kürzlich mit der Interpretation von Songs aus der Dreigroschenoper für ein Theater unter Beweis stellten "Mackie Messer" wurde dann auch in Dresden gespielt - in einer sehr coolen Version. Diese frische Denke jenseits aller Schubladen spürt man auch live. Der 0815-Pop-Song findet nicht statt, auch wenn natürlich der frühere Radio-Hit "It Was Easier" nicht fehlen darf. So wird Poppiges durch Breaks, überraschende Tempiwechsel und auch schon mal ein wahres Gitarrengewitter gegen den Strich gebürstet. Das Publikum spürt den Spaß der Band an Experimenten. Wann sieht man beispielsweise schon einmal ein Akkordeon bei einer Pop-Band? Und auch südamerikanische Rhythmen passen nicht zu den gängigen Vorstellungen einer solchen Truppe. Sänger Christian Neuburger ist der sympathische Frontmann, von dem der Funke auf die Fan-Crowd fast von allein überspringt. Ab und an richtet er das Wort an das nicht nur junge Publikum, etwa wenn er ein "Trinklied" als Lied von Alkoholikern für Alkoholiker ankündigt. Seine helle, aber gleichzeitig kräftige Stimme erinnert hier und da an Brian Molko von Placebo, was aber nicht weiter stört.
Auch visuell ließen sich Slut etwas einfallen. Hier kommt die Auflösung der Versuchsanordnung: Die sechs an und aus gehenden Glühlampen waren eine einfache Idee mit toller Wirkung, über die Videowand flimmerten mal abstrakte Visuals, mal Waldbilder in Variationen. Und die beiden "Kofferfernseh-Mikrowellen" waren die witzige Idee von Videomonitoren. Die Ingolstädter haben live in allen Belangen überzeugt. Da ist es auch wurscht, dass Stefan Raabs "Bundesvisionsongcontest" vor drei Jahren nicht gewonnen wurde.
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