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Derek Sherinian "Black Utopia" (InsideOut 2003)
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Wer auf billig gespielten Metal steht, wird in Derek Sherinian seinen Lieblingsfeind haben. Denn alles, was der keineswegs nette und durchaus eingebildete Keyboard-Wizzard musikalisch tut, ist von einer technischen Qualität, die ihm so schnell keiner nachmacht. "Black Utopia" ist sowas wie der absolute Höhepunkt an allem, was irgendwie opulent genannt werden kann. Extem hoher Bombastfaktor, technische Frickelei bis in die letzten Sekunden und (im Wechsel) lyrische Melancholie und heftige Euphorie bis ins Quentchen durchorganisiert. Derek Sherinian macht es einem wirklich nicht leicht. Dabei ist der hohe Ausstoß an Scheiben immer auf extrem hohen Niveau zu finden. Weder gesteht sich der selbstbewusste Tastenmann kleinste Fehler zu, noch findet man Längen, Langeweile noch Lustlosigkeit. Seine Combo Planet X hat sich dem Frickel-Jazz-Metal ergeben - und davon kann es meiner Meinung nach nicht genug geben. Seine Solo-Platten haben sich eher im Prog Metal angesiedelt. Knüppelharter Stoff, sehr komplex, wild und abgefahren - und doch bis ins I-Tüpfelchen durchstrukturiert und konsequent erdacht. Derek ist der egomanischste Kontrollfreak, den es gibt. Jeder Ton muss sitzen. Dazu hat er sich eine Menge Gäste eingeladen. Neben den üblichen Verdächtigen (Steve Lukather, Zakk Wylde und Simon Phillips) sind das solch beeindruckende Namen wie Yngwie Malmsteen, Al DiMeola, Jerry Goodman, Billy Sheehan und Tony Franklin. Größtes Leider muss im Zusammenhang mit Jerry Goodman genannt werden. Was dieser Mann mit seiner elektrischen Geige einst beim Mahavishnu Orchestra für den Jazzrock getan hat, hat sich tief ins Bewusstsein einer ganzen Generation eingefressen. Derek hat den Geiger völlig totgestellt, die Regler abgedreht, auf kleiner Flamme alles verrecken lassen, was Geige ist. Was soll das denn?! Einen weiteren Fehler sehe ich in der Wahl von Yngwie Malmsteen. So gut der Mann seine Saiten bedient, so seelenlos klingt vieles auch. Die Künstlichkeit klingt auch auf "Black Utopia" nach. Doch längst nicht so markant, wie auf Malmsteen-Alben. Der Rest an Derek´s neuester CD ist die Ton gewordene Genialität zwischen Jazzrock und Heavy Metal. Ein progressiver Höhepunkt, der erfolgreich sein wird. Soviel ist gewiss. Ein Therapeutikum für jeden Phlegmatiker.
VM
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