Shelf Life "Ductworks" (Public Eyesore Records 2007)

Geräuschmusik kann Humor haben. Etwa, wenn der Vierer Joseph Jaros, Jay Schleidt, Bryan Day und Alex Boardman sich als Shelf Life ins Studio, an echte Instrumente, Laptops und allerlei andere Tonquellen begeben. Konventionelle Töne erschaffen sie nicht, auch nicht so etwas wie eine vorgegebene Musikstruktur. Die Stücke auf der CD, 13 an der Zahl, mit seltsamen Namen, die pausenlos ineinander übergehen und nur als Jux, so nehme ich an, unterteilt worden sind, vielleicht auch, weil verschiedene Etappen des "Jammens" aufgezeichnet wurden, die nahtlos auf die CD gebracht wurden, sammeln Geräusche. Töne. Elektronische, akustische, natürliche, künstliche, allerlei Töne. Hier ist mal eine Stimme zu vernehmen, oder ein Schlucken, Knurren oder Zungeschnalzen, dort mal der Ton eines Saxophones; Perkussion, Synthetisches. Es kommt nicht auf den einzelnen Ton an, es ist die Menge aller Töne, die die Musik macht. Und es ist die Stimmung, die Gefühle auslöst.
So ist etwa Track 7 mit einer entspannten, melancholischen Stimmung ausgestattet, die sich aus lauten und seltsamen Tönen zusammensetzt, da scheinen Schiffshupen und Metallkratzen ihre harschen wie elektronische ihre hohen oder Perkussion ihre hypnotisierenden Geräusche ins Spiel gebracht zu haben. Alles für sich unangenehm, Schmerz auslösend. Als Arrangement jedoch, als Gemeinklang, entspannend, einschläfernd geradezu. Die vier inspirierten Tonschöpfer haben bereits 4 CDs dieser Art vollgestopft. Sie haben einen Draht zueinander und können gemeinsam Töne erfinden und verbinden, die als "Musik" einen Klang, eine Klangsprache haben. Gewiss würde einer der Musiker ausreichen, allerlei Lärm auf CD zu bannen. Und es ist gewiss keine Kunst, die genaue Perfektion braucht, dieserart Klänge lebendig zu gestalten. Im freien improvisativen Genre ist nicht die Lauterkeit des einzelnen Tones, ist der Gemeinklang das Ziel. Und Humor? Wieso Humor? Weil die Ansammlung der Töne, was man hört, wenn man sich darauf einlässt, bisweilen kuriose Haken und Winkel schlägt und eine Art Struktur zieht, die in diesem Klang, mit jenem Laut komisch wirkt.
Braucht es dazu Gehör, Gespür? Geschickte Hände? Gewiss, letztlich ist alles Musik. Klänge aber zu komprimieren und eine bestimmte Fülle davon in einen zeitlichen Rahmen zu bannen, der "klingt", braucht Gespür.
"Ductworks" beweist es.

publiceyesore.com/sdisco.htm
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VM



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