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Shadow Gallery "Room V" (InsideOut, VÖ: 30.05.2005)
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Shadow Gallery ist eine Ausnahmeerscheinung im Prog Metal. Die üblichen Dream Theater Ansätze sind hier ganz wenig nur zu finden. Shadow Gallery sind selbst alte Hasen. Schaut euch nur die entsetzlichen 80er Jahre Metal-Pomp-Frisuren im Booklet der ersten CD an! Aber musikalisch hatten sie es schon immer drauf. Gut, das Debüt von 1992 hinkt hier und dort, aber nicht nur der Refrain der Eiskönigin ist grandios!
1995 erschien "Carved In Stone", wieder 3 Jahre später "Tyranny" und ein weiteres Mal 3 Jahre darauf "Legacy". Danach haben sie sich 4 Jahre gegönnt, um uns jetzt mit "Room V" zu erfreuen, dem inhaltlichen Nachfolger von "Tyranny" (die Geschichte zwei Menschen auf der Suche nach einer neuen Identität).
Shadow Gallery sind Brendt Allman (g, voc), Mike Baker (lead-voc), Carl Cadden-James (b, fl, voc), Joe Nevolo (dr) und Gary Wehrkamp (g, key, p, voc). Und obwohl die Jungs erst mit dem 5. Album angetreten sind, haben sie doch ganz entscheidende Markenzeichen gesetzt. Der stete Wechsel zwischen knüppelharten, aber schöngeistigen Metalpassagen mit rifflastigen, dunklen Heavyguitars und heftig-schönem Schlagzeugspiel und den lyrischen, fast schon zu süßlichen Harmonieseeligkeiten und symphonischen Elegien ist ganz typisch für Shadow Gallery. Ebenso der grandiose Sologesang von Mike Baker, die fabelhaften Harmoniegesänge, die fast die komplette Band singt, die Flöte - ein immer rarer werdender Punkt in der progressiven Rockmusik - sowie der bombastische und manchmal über ganze 8 Minuten lange Songs schwebende sanfte Schönklang.
"Room V" ist in zwei Parts unterteilt, die jeweils aus 7 Songs bestehen. Act III (nach Act I und II auf "Tyranny" von 1998) beginnt mit dem flotten, knackig-komplexen Monster "Manhunt", das in die Ballade "Comfort Me" übergeht. "The Andromeda Strain" hat wieder diese frische Härte und kraftvolle Heftigkeit, während sich das über 8 Minuten lange "Vow" elegisch und symphonisch ausbreitet. "Birth Of A Daughter", "Death Of A Mother" und "Lamentia" sind drei ineinander übergehende kurze Tracks. Leise beginnend, geht es bald progmetallisch gut zur Sache. Allein schon "Birth Of A Daughter" mit seiner atemberaubenden Schnelligkeit ist einfach perfekt. "Death Of A Mother" hat unter den schwebenden symphonischen Keyboards bedrohlich-düstere Gitarren und Speedmetal Schlagzeugspiel. "Lamentia" ist wie der letzte Seufzer dieses Aktes. Insgesamt hat der erste, kürzere Teil viel von dem lieblichen Schönklang, der manchmal etwas nah der Kitschgrenze ist.
Act IV beginnt mit "Seven Years" als Opener harmonisch. Die Folkballade mündet in das Zwischenstück "Dark", das wiederum in die weitgehend lyrische, 8-minütige Ballade "Torn" übergeht. Traumhaft in diesem Teil die Harmoniegesänge, die der instrumentalen Lieblichkeit den besonderen Kick geben. "The Archer Of Ben Salem" ist ein harter Rocker, mit toller Orgel, kraftvollem Bass und den typischen fetten Gitarrensounds. "Encrypted" als bombastischer Symphonik Rock öffnet mit dunkler Lyrik die Pforten für den Titeltrack, der rasant daherstürmt, um nur von dem zupackenden, bombastischen "Rain" übertroffen zu werden. Die letzten 5 Stücke sind jeweils weit über 7 Minuten lang und damit der Hauptteil der ganzen CD.
Shadow Gallery stehen nicht für Progmetal allein. Die 75 Minuten zeigen plastisch den aggressiven, farbenreichen Sound, den Schwung und die Kraft der Songs, die hohe Qualität des Musizierens. Und mindestens ebenso viel symphonischen Progressive Rock wie Metal. Das verleiht dem ganzen Unternehmen den besonderen Reiz. Die CD erscheint als Regular Edition sowie als Special Edition im Jewel Case und Gimmick Schuber mit erweitertem Booklet sowie Bonustracks und Videomaterial auf einer zweiten CD.
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