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THE RETROSIC "Nightcrawler" (Tribune Records / Soulfood) VÖ: 10.11.2006
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Kurzer Blick zurück: Anlässlich der Veröffentlichung des Vorgängeralbums "God of Hell" sprach der Rezensent von der Band als einem echten Jungbrunnen für die Electro-Szene und von der Platte als eines DER Electro-Alben des Jahres.
Nun also der Nachfolger. Die Grundsubstanzen der Musik haben sich (zum Glück!) nicht verändert, wurden aber weiter verfeinert und noch mehr professionalisiert. Da sind aggressive Beats und markant-verzerrte Vocals, ganz so wie man sie auch von anderen Genrevertretern kennt. Da sind aber auch Abstecher in orientalische Gefilde, klassische Farbtupfer durch Streicherklänge, extrem verfremdete Gitarren und knackige Breakbeats. Hinsichtlich des letzteren Stilelements fühlt man sich ansatzweise an glorreiche The-Prodigy-Zeiten erinnert ("Bomb"). Insgesamt weist das neue Album einen unglaublichen Drive auf, der nur selten zurückgenommen wird, wie etwa bei dem balladesken "Exit".
Thematisch taucht Mastermind Cyrus erneut ab in die dunkelsten Tiefen der Menschheit und des Lebens. Das Motto der Platte kommt dabei ganz darwinistisch daher: "Make your way up to the food chain". Die Nahrungskette wird also von hinten aufgerollt - ein wunderbares Gleichnis zum Verhältnis von The Retrosic und vielen anderen Electro-Combos. Der Meister selbst bringt es schließlich af den Punkt: "Nightcrawler bewegt sich in den Schattenbereichen unserer urbanen Zivilisation. Wir folgten dem Puls der Nacht, dorthin, wo nur eigene Regeln gelten. Und so klingt natürlich auch das Album."
Visuell soll die Veröffentlichung ebenfalls Einiges bieten, was der Rezensent allerdings nicht nachprüfen konnte. Den auf dem Cover aufgedruckten Slogan indes kann er, was die eigentliche Platte angeht, getrost unterschreiben: "Worth dying for, worth killing for, worth going to hell for." Wie beim Vorgänger muss man auch hier neidlos festhalten: eines DER Electro-Alben des Jahres!
Diese Rezension beruht auf der Promotion-CD mit teilweise gekürzten Versionen der Titel.
Stefan
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