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Alec K. Redfearn and the Eyesores "The Quiet Room" (Cuneiform 2005)
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Was für ein abgedrehtes Spektakel! Was für eine schräge Kapelle! Welch wüster Sound! Cuneiform haben wieder einmal treffsicher zugeschlagen. Alec K. Readfearn and the Eyesores stehen für einen unkonventionellen Folkloremix, dem harmonische Schräglagen, dynamische Sprünge von Rock über Jazz bis Klassik und wilde Punk-Folk-Ausbrüche viel Spaß machen.
Die musikalischen Ideen, allesamt von Redfearn, sind äußerst eigenwillig und vor allem auf ein Instrument orientiert: das Akkordeon. Wer kein Freund der "Quietschorgel" ist, wird es entweder hier oder niemals mehr. Dabei gibt es jede Menge Instrumentarium. Alec, der das getunte und "normale" Akkordeon spielt, singt hin und wieder, spielt Orgel, Maultrommel, Piano und allerhand anderes Zeug, so am Alarm-Wecker und Telefon - oder er reißt Papier durch.
Margie Wienk (b, voc), Alex Thibedeau (g), Ann Schattle (h), Olivia Geiger (vi), Matt McLaren (dr, cymb), Chris Saraullo (perc), Jason McGill (sax, perc), Frank Difficult (electr., rec - wer ist das? - na der mit dem schwierigen Namen!), Sara Stalnaker (ce) und Matt Everett (va), die beiden letzten als Gäste, sind nicht nur Harmonie auffüllende Statisten, sondern gestalten die Songs instrumental vielfältig, überraschend und stets mörderisch forsch aus. Die längeren Stücke haben das harmonischere Gehalt. Da werden hinreißende Strukturen geboten, ein Hauch klassischer Ausbildung vermittelt sich ganz elegant. Ebenso kann die Band ganz gut rocken und plötzliche Jazz-Attacken auffahren. Celli, Saxophone, Akkordeon und Perkussion können gewaltigen Krach erzeugen!
Daneben gibt es sanftere, balladeske Stücke mit minimalistischer Struktur, in denen die Band die Variation derselben Melodie übt und übt und übt.
Die erschreckendsten Tracks sind die ganz kurzen Dinger, die nur für einige Sekunden mit grausigem Quietschen oder schrägen und auf der Stelle stehenden Tongebirgen nerven. Der Höhepunkt dieser Art lustvoller Erquickung findet sich über 3 malerisch lange Minuten im atonalen "Coke Bugs", das anstrengend anfängt und schlimmer wird. Damit kann man foltern!
Doch "The Quiet Room" hat nur diese harschen Stücke bekommen, damit die leisen, harmonischen und verschleppt lässigen Songs um so mehr Wirkung entfalten, was ausgezeichnet die abschließende Notiz "Somnambulance" zeigt, die wie ein Windhauch ist; kühl und warm zugleich, nostalgisch und entrückt, und leise und still verrinnt.
Wer den frischen, bösen Humor in und hinter den Songs entdeckt und mag, wird die Platte lieben. Die vierte CD des Ensembles ist eine Herausforderung auch für Cuneiform-Fans!
alecredfearn.com
cuneiformrecords.com
VM
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