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Razor Wire Shrine "Going Deaf For A Living" (Progressive Music Management 2004)
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Die Rodler Brüder Chris (g, b) und Brett (dr) sind immer wieder für Überraschungen gut. RH Factor, Leger De Main waren zwei Bands der Brüder. Vor zwei Jahren veröffentlichten sie mit Gratto ein Hightech Album, das dem komplexen Progressive Rock vielfältige Facetten abgewann. Im letzten Jahr spielten sie unter dem Namen Mythologic extrem technischen Prog Metal, doch steigern lässt sich alles, so auch dies.
Jetzt sind sie mit einem neuen Projekt am Start: Razor Wire Shrine. Mit Mike Ohm, der für Gitarrensoli sorgt, und in einem Song Gary Madras, der den Bass bedient, spielen sie auf "Going Deaf For A Living" einen furios technischen Prog Metal.
Die 7 Stücke sind unglaublich komplexe, höchst lebendige und rasante Songs, wie moderne Architektur konstruierte Bauten mit filigranen Ecken und technischen Details. Zum einen sind die Kompositionen als Grundlagen der einzelnen Songs höchst verschachtelte, komplizierte Ton-Gebäude, zum anderen sind die Arrangements im selben Sinn hart, kühl und faszinierend technisch. Allein die Rhythmusarbeit, mit Polyrhythmen, markanten Höhepunkten und rasanten Wechseln ist eine Kunst für sich. Dazu die oftmals atonalen, agilen Gitarrenleitmotive, die weitgehend von eisigen Jazz-Konturen beeinflusst sind und als Höhepunkte die scharfen, wilden, radikalen Soli, die wie ein Heer über die Ebene fegen. In aller Heftigkeit und Härte setzt sich eine düstere Note durch, schlägt das Trio schwere Noten in Moll an und präsentiert ein lautes Inferno, das seine Bewunderer sucht. Alle Achtung, die Jungs sind perfekte Musiker, die ihr absolut neues, unverbrauchtes, keinem bekannten Muster folgendes Material der progressiven Meute vorlegen. Die 7 Stücke sind rein instrumental, hier passt auch kein Gesang hinein, das lässt das Arrangement nicht zu. Die Songs sind so verschachtelt, komplex verzahnt, dass nur die Soli darüber tanzen können und kein Sänger diesen Vulkan beherrschen könnte. In aller Gewaltigkeit und grandiosen Verzwickung bleiben die Songs nachvollzieh- und anhörbar, ohne dass man den Rechner im Kopf einschalten muss, um am Ball zu bleiben. Die Sache macht Spaß, der Krawall ist Lust, die Arrangements ein Ventil für Musiker und Hörer. Dieses ungewöhnliche, moderne Metal-/Prog-/Jazz-Werk ist unbedingt zu empfehlen.
pmm-music.net
VM
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