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Radio Noisz Ensemble "Yniverze" (Ubu Muziek 1982/Garden of Delights 2009)
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Wenn ich gefragt würde, was ich hinter Bandnamen und Albumtitel vermutete, würde ich schlagartig Zeuhl sagen - und läge grundverkehrt. Das Radio Noisz Ensemble spielt akustischen Folk mit Link zu romantisch klassischer Musik und zu Weltmusik. Drei der Gründungsmitglieder, Michael "Topsi" Tkacz (Kontrabass, Violine), Biber Gullatz (Oboe, Piano, Krummhorn, Blockflöten, arabische und chinesische Flöten) und Michel Meyer (Gitarre, Mandoline) spielten vorher zusammen in der Folkband Emma Myldenberger, die im Sommer 1981 auseinander ging. Mit Matthias Gassert (Schlagzeug, Perkussion) gründete das Trio lückenlos das Radio Noisz Ensemble.
Das Debüt der Band liegt nun auf CD vor, in exzellentem Klang und um 6 Bonustracks ergänzt: fünf Liveaufnahmen und ein Demo aus der gleichen Zeit.
Von Anfang an fällt der instrumentale Klangreichtum der komplex komponierten Songs auf. Die überwiegend längeren, rein instrumentalen Stücke zeigen, die Vorgängerband einmal mitbetrachtet, die tendenzielle Steigerung des Kompositionsaufwandes und der künstlerischen und handwerklichen Fähigkeiten der Musiker. War das erste Album der Folkies Emma Myldenberger noch zäh und schlicht, zeigten sich die weiteren Aufnahmen der Band reicher und komplexer. Das Debüt des Nachfolgequartetts setzt die Tendenz fort. Der Vergleich zu Flairck ist nicht von der Hand zu weisen, wenn die Holländer ihre Songs instrumental auch anders ausarbeiteten.
Die Stücke sind in allem aufwendigen Arrangement locker und lebhaft, virtuos und eingängig. Dunkle Molltöne und lichtleichte Harmonien ergänzen und umspielen einander. Mittelalterliches, klassisch Inspiriertes, aufwendige Arrangements, nicht zuletzt im fast viertelstündigen "Der chrybische Printz/Prettie Fiona", die partielle Jazz-Nähe - alles hat diesen reichhaltigen Klang, die progressive Orientierung, die nicht auf Mainstream schielt, sondern ausgefallene, künstlerische, durchkomponierte Klänge produzieren will.
Die Bonustracks fallen im Klang ab, ohne wirklich schlechten Klang zu haben. Die lebhafte Virtuosität des Bandspiels ist hier nicht minder eindrucksvoll, das Quartett zeigt sich warmgespielt, als kennte es die Songs aus dem FF. Aber auch ohne den Zusatz wäre die CD ein progressiver Leckerbissen für Akustik/Folk-Fans und Komplex-Liebhaber.
Die Musik des Radio Noisz Ensembles klingt heute so modern wie damals. Später spielte die Band nicht mehr ganz so akustisch und wurde mitunter von Mani Neumeier begleitet, dem Ober-GuruGuru.
Im Booklet zur CD ist die Geschichte der Band in deutscher und englischer Sprache ausführlich nachzulesen, Bilder und technische Angaben ergänzen das informative Blatt. Die zweite Produktion der Band, "Odiszee Parck" (wieder so ein Zeuhl-Name) ist in Vorbereitung.
diregarden.com
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VM
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