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Secrets of the Moon - Privilegivm (Prophecy Productions 2009)
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Secrets of the Moon - Privilegivm
Im Mai diesen Jahres hatte ich einmal wieder die Gelegenheit, Secrets of the Moon im Rahmen eines brillanten Tour-Line-Ups mit Jarboe und den britischen Extrem-Doom-Heroen Esoteric auf der Bühne zu sehen. Ein Konzerterlebnis der besonderen Art und gleichzeitig Anlass zu gehobener Vorfreude, denn das bei dieser Gelegenheit vorgestellte neue Stück "Queen among Rats" als Vorabeinblick in das vierte Studio-Album "Privilegivm" lies mehr als nur erahnen, dass nach "Carved in stigmata Wounds" und "Antithesis" das dritte Ausnahmewerk in Folge bevorsteht.
Wem die Osnabrücker bislang gänzlich unbekannt sind, dem sei gesagt, dass Secrets of the Moon auch international zu den hervorstechendsten Vertretern des anspruchsvollen Black Metals zählen und sich bereits früh einen unverkennbaren Stil erarbeitet haben, der per se jeden Vergleich zu anderen Bands verbietet. Während bis einschliesslich "Carved in stigmata Wounds" noch oft in Hochgeschwindigkeitsbereichen agiert wurde, ist das Quartett mittlerweile deutlich variabler geworden und vereint mustergültig absolute Souveränität mit wilder Leidenschaft.
Secrets of the Moon haben das Potential, nicht völlig stilfixierte Liebhaber anderer Metalspielarten im Sturm zu erobern, und dafür stetht nach dem Intro mit "Sulphur" taktisch geschickt das am schnellsten ins Blut gehende Stück an vorderster Stelle. "Sulphur" ist der wütende Kettenhund des Albums, der den Hörer durch hypnotische Riffsequenzen, klirrende Gitarren und stoisches Drumming in den weit geöffneten Höllenschlund jagt. Schon "Black Halo" wirkt danach deutlich vertrackter und wird von großartigen, psychedelisch anmutenden Melodiebögen geprägt. "I Maldoror" schlägt in die gleiche Kerbe und wirkt gerade durch einige überraschende Wendungen gar noch mächtiger. Secrets of the Moon perfekftionieren auf diesem Album geradezu ihre punktgenauen Breaks und gestalten ihre häufigen Tempovariaionen absolut fliessend. Mehr als bisher geht es dabei auch in stark gedrosselte Regionen und das bereits erwähnte "Queen among Rats" ist wohl das doomigste Stück, das von den Norddeutschen bislang zu vernehmen war. Und mit seiner packenden atmosphärischen Dichte ein Glanzlicht dieses Albums, in dessen letztem Drittel der grollende Gesang von sG wirkungsvoll mit gesprochenen Sequenzen unterlegt wird. Überhaupt ist auch die Gesangsleistung eine lobende Erwähung für sich wert und mit dem ungewohntem Klargesang im melancholischen Abschlussstück "Shepherd" sorgt sG gleich noch für einen weiteren unerwarteten Moment neben einem rockigen Gitarrensolo und Keyboards.
Inmitten dieser Perlen breiten sich die filigran ausgearbeiteten Monumente "Harvest" und "For they know not" über epische 13 bzw. knapp 10 Minuten aus und bieten damit noch einmal mehr Raum für kreative Variationen. Während die Texte des Albums von kargen Oden an die Finsternis bis hin zu bild- und metaphernreichen Szenarien reichen, ist "For they know not" ein galliger Hassbrocken, der sich dem doch etwas ausgeleiertem Thema der speienden Religionskritik widmet.
Was abschliessend noch zu sagen bleibt, ist dass "Privilegivm" trotz der gebotenen Vielfalt ein sehr homogen klingendes und von atemloser Spannung geprägtes Album darstellt, bei dem Schwachstellen wie die vielzitierte Nadel im Heuhaufen zu suchen sind. Secrets of the Moon sind schon heute eine Referenzband und hätten diesen Status nicht eindrucksvoller untermauern können.
Volker Schulz
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