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POLARKREIS 18, Live am 05.03.2009 im Alten Schlachthof Dresden
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Filmreifer Auftritt
"Der heutige Abend ist uns sehr wichtig, wir sind glücklich wieder einmal zu Hause zu sein." So heißt Felix Räuber, Frontmann der Dresdner Durchstarter Polarkreis 18, das Publikum im knackevollen Alten Schlachthof willkommen. Sonst werden derartige Begrüßungsworte gern mal als Floskel in den Raum geworfen, in diesem Fall aber scheinen sie ehrlich gemeint. Polarkreis 18 surfen nun bereits seit Monaten auf ganz hoher Erfolgswelle: Echo-Nominierung, zweiter Platz bei Stefan Raabs Bundesvision-Songcontest, Charterfolge mit "Alleine, allein" und "The Colour of Snow". Und immer wieder live on stage hierzulande und inzwischen auch im Ausland. Da freut man sich schon mal, nach Hause zu kommen. Das ging aber nicht nur der Band so, sondern auch den Dresdner Alt- und (vielen) Neu-Fans: Das Konzert war bereits im Vorfeld ausverkauft. Vor diesem Hintergrund waren die Erwartungen natürlich hochgesteckt.
Zunächst wurde das gut durchmischte Publikum (vom Indieliebhaber bis zum Hitradio-RTL-Hörer, vom Teenager bis zum Mittvierziger) mit einem gefühlt zehn Minuten langen Instrumental-Intro auf die Geduldsprobe gestellt. Der Einstieg erinnerte stark an einen Filmsoundtrack - auch dank der eingebauten Sprachsamples - und entsprach dem musikalischen Ansatz der Combo, die ja nicht ohne Grund mit "Allein, allein" das Abspannstück zu "Krabat" beigesteuert hat. Aber auf den Überhit mussten die Anwesenden noch eine Stunde warten. Allerdings wurde der Chartbreaker nach dem Intro schon mal mit wenigen Akkorden angedeutet, während das Sextett komplett in weiß gekleidet und mit Kopfleuchten leichte Science-Fiction-Atmosphäre verbreitete. Der Appetizer ging direkt über in die aktuelle Single "The Colour of Snow". Felix "Rampensau" Räuber wirbelte über die Bühne, zusätzliche Einzel-Trommeln sorgten für noch mehr Rhythmus. Das Publikum zeigte sich aufgeschlossen, aber bis der Stimmungsfunke endgültig übersprang, sollte eben noch die erwähnte Stunde vergehen.
Polarkreis, Schnee, weiß - zu dieser Assoziationskette passte bestens das visuelle Konzept mit viel Weiß- und Strobo-Lichteffekten (und zumeist unter der Gürtellinie bleibend). Und auch der dosierte Lasereinsatz, den man heutzutage eher selten erlebt, unterstrich die Polarlichtstimmung. Insgesamt eine sehr professionelle Liveproduktion (zu der ein für Schlachthof-Verhältnisse guter Sound gehörte). PK 18 haben auch diesbezüglich das nächste Level erreicht.
Die Stimmung erreichte erwartungsgemäß ihren Höhepunkt, als Felix Räuber ankündigte, dass die Band bei ihrem Auftritt 2007 an gleicher Stelle nichts davon geahnt hatte, wohin sie die Choraufnahmen zu DIESEM Song bringen würde… Wegen des für Polarkreis eher untypischen "Allein, allein" waren Viele gekommen - glücklicherweise wurde die Live-Version des Hits etwas aufgepeppt und gestreckt. Wie die Jungs im Übrigen allen Stücken ein eignes Live-Gewand verpassten. Besonders bei den längeren, vertrackten, manchmal klassisch anmutenden Passagen spürte man, dass sich die Chartstürmer gegen die Reduktion auf den Pop-Appeal-Hit wehren. Im Konzert wie auf Platte muss sich der Zuhörer auf das Dargebotene einlassen, muss zuhören. Leider fehlten dieses Mal die bereichernden Bläser und Streicher auf der Bühne. Ganz am Schluss ließen die "white boys" noch einmal alles an Energie raus, was noch da war. Ein kongenialer Noise-Rock-Schlusspunkt unter ein mit zweieinhalb Zugaben (u. a. "Such a Shame" von Talk Talk) viel zu kurzes Heimspiel. Kleiner Trost: der Zusatztermin am 15.3. an gleicher Stelle.
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