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Planet 24 "Metamorph" (Eigenproduktion 2010)
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17:24 Minuten ist die CD der Stralsunder Punkrocker Planet 24 lang, 5 Songs sind drauf. David Rahn (g), Felix Budich (dr) und Martin Oheim (b, voc) hinterlassen in der kurzen Zeit einen starken, nachhaltigen Eindruck. Die Songs sind sehr eingängig, knackig und süffig herzhaft, gehen sofort ins Ohr, in die Beine und in den Kopf. Und obschon die Jungs mit Martin Oheims deutschsprachigen Texten arbeiten, ist die Parallele zum Deutschpunk eher dünn. Schlagzeuger Felix Budich knüppelt schön heftig, ohne ganz simpel zu spielen, vertrackte Takte und lustvolle Breaklastigkeit unterfächern die Songs perfetto. David Rahns Gitarrensounds pegeln sich irgendwo zwischen Hardrock und Metal ein, das flüssige Bassspiel Martin Oheims ist der zuerst punkige Eindruck. Und die instrumentale Ausarbeitung der Songs ist nur die eine Seite. Die Texte stehen bei dem groovig bretternden Trio im Vordergrund - nicht nur die Texte an sich, sondern auch ihre Präsentation: Martins Gesang. Seine Bühnenpräsenz ist beeindruckend. Während Drummer Felix sich vertieft über sein Arbeitswerkzeug krümmt und von David Rahn nur die Nasenspitze aus seinem wohl anzusehenden Dread-Berg hervorblickt, steht Martin lässig barfuß mit Schlodderklamotten um den riesig langen Bärenkörper barfuß direkt am Mikro und frisst die Aufmerksamkeit des ganzen Auditoriums. Wie er da steht, sich bewegt und mit seinem glatzekahlen Schädel die Texte singt, brüllt, raus schreit - die stets gut nachvollziehbar zu verstehen sind - das macht Eindruck. Da steht ein Mann auf der Bühne, der ganz in seinem Element ist und eine Energie und positive Ausstrahlung hat, die Jeden in den Bann zieht. Cool, den Typen in der Stadt zu haben, besser, ihn auf der Bühne zu erleben.
Und dann sind da noch die Texte. Und das ist wohl die größte Überraschung. Nix mit nihilistischen Anti-Apellen und Gegen-Alles-Aggressionen, kein brutaler Angriff, kein Klassenkampf oder bösartiger Rotz - sondern emotionale Texte, ganz tief aus dem Innern gezogen, wie Therapie gegen die bösen dunklen Seiten in Martin selbst. Dabei sind die Texte poetisch und lebensfroh, kein Stück dunkel oder moralisch, nix Zeigefinger, sondern der Erlebnisbericht des eigenen Gefühls, ehrlich, lyrisch, zart gar. Der Kontrast zwischen der hart rockenden und satt rollenden instrumentalen Musik, seiner laut brüllenden Stimme und den innigen Texten könnte kaum größer - kaum positiver sein. Die Platte ist ungemein berührend, aber wie viel eindrucksvoller ist ein Konzert des Trios!
myspace.com/planet74
VM
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