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Oomph! live am 23.04.2004 im Bunker/STRASSE E® Dresden
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Rock'n'Roll in weiß
Oomph! schweben gerade auf einer gigantischen Welle des Erfolges, insbesondere natürlich wegen ihres jüngsten Nummer-1-Hits "Augen auf!". Und so war es keine Überraschung, dass der Bunker in Dresden mit ca. 1.500 Leuten rappelvoll war. Das Publikum war im Vergleich zu früheren Gigs entsprechend bunter gemischt. Vom 16jährigen NuMetal-Fan über den neugierig gewordenen Hitparaden-Hörer um die 40 bis hin zu der (üblichen) schwarzen Fraktion reichte das Spektrum. Und sie alle erlebten knapp zwei Stunden lang, wie es ausschaut, wenn eine Band richtig Gas gibt. Befürchtungen, Oomph! könnte angesichts von Chartplatzierung und Verkaufszahlen der Erfolg zu Kopf gestiegen sein, erwiesen sich von Beginn an als völlig unangebracht. Dero war wie eh und je der Frontmann mit dem sympathisch-diabolischen Grinsen im Gesicht, der extrem den Kontakt zu den Fans sucht: verbal, per Blickkontakt oder beim Stagediving. Letzteres praktiziert er übrigens während eines Auftritts so häufig wie kaum ein anderer Sänger.
Das Oomph!-Trio - live wie immer ergänzt um Basser und Drummer - konzentrierte sich auf die Stücke der aktuellen Scheibe "Wahrheit oder Pflicht". Aber auch die guten alten Zeiten kamen nicht zu kurz, bis zu "Feiert das Kreuz" von der 1993 erschienenen "Sperm" ging der Blick zurück.
Auffällig bei der Live-Performance war der für Oomph!-Verhältnisse enorme visuelle Aufwand. Verschiedene Videoprojektionen, ein ausgeklügeltes Lichtkonzept und die komplett im weißen Krankenhauslook auftretende Band machten den Gig zu einer runden Sache. Im Zugabenblock hieß es dann endlich "Augen auf!", womit sowohl Stimmung als auch Lufttemperatur ihren Siedepunkt erreichten. Schon traditionell zum Abschluss dann Dero à capella mit der Frage "Wie schmeckt dir mein Herz?". Und er setzte diesmal noch einen drauf mit der Interpretation des Elvis-Gassenhauers "Fever".
Fazit des Abends: Rock'n'Roll lebt und Erfolg muss nicht unsympathisch machen.
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