No Use For Humans "No Use For Humans" (Eigenproduktion 2005)

Oftmals lehnen Fans einer bestimmten Stilrichtung (in der Popmusik) andere Stilrichtungen (in der Popmusik) ab, können dies nicht leiden oder gar fanatisch hassen. In den 70ern war das noch so schön leicht: hier waren die Rocker und dort die Diskokids. Die weiteren Unterscheidungen waren dann zwar schon etwas komplizierter (bei den Rockern), da ging es erst richtig mit den Grabenkämpfen los! Plötzlich gab es da Prog-, Jazz- und Country- und so weiter Fans; die ganz Genauen waren die Zappa-Freaks, die nichts anderes als nur Zappa allein akzeptierten.
Heute ist das noch viel komplizierter. Doch nicht ganz nebenbei hat sich bei den extrem vielen stilistischen Schlachten schon so mancher Bastard ergeben, wenn die einzelnen, gar verfeindeten Stile in der zweiten Generation fremd gingen und in Crossover machten.
Faith No More fingen als Disko-Funk-Popper an und endeten im Metal, und waren eine der ersten "Crossover"-Bands. Ganz zu schweigen von den Residents, die nirgends anfingen und immer noch in unbekannten Gewässern herummachen, dabei alles, was ihnen in den Sinn kam, für sich einnahmen und genial verwursteten.
Und immer wieder gibt es Bands und Stile, die Säulen im Sumpf der Popmusik sind. So wie Zappa, King Crimson, Beatles oder The Residents.
Letztgenannten errichtet die Band mit dem ungemütlichen Namen ein Denkmal. No Use For Humans basteln aus Avantrock, Dancefloor, Musique concrète, allerlei elektronischen Sounds, die mal ungewöhnlich, mal massenkompatibel sind, seltsame Songs. Das Gros der Stücke wird von differenziert und komplex gespieltem Schlagzeug unterminiert, was dem Computergezauber notwendige Erdung gibt.
Von den 15 Songs ist die Mehrzahl unterhaltsam bis spannend, einige wenige Tracks davon sind auf Grund ihrer erheblich gewöhnungsbedürftigen, extrem komplexen und abstrakten Struktur wirklich nett anzuhören, während sich mindestens 4 Songs verirrt haben. Die sollten eigentlich in den Mülleimer… Einsortieren lässt sich diese wilde, freie Musik nicht. Es gibt Ähnlichkeiten zu einigem Residents-Material, so etwa wird das Selbstverständnis der Band wohl auch aussehen. Für hart gesottene Freunde der außergewöhnlichen Rock (?)-Kunst.

nouseforhumans.com
VM



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