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THE MISSION, Live am 23.02.08 im Beatpol Dresden
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Abschied mit Heiratsantrag
The Mission sagen Lebewohl und tun dies standesgemäß mit einer "Farewell-Tour". Damit haben die eingeschworenen Fans die (voraussichtlich) letzte Gelegenheit, an den Lippen von Wayne Hussey hängend noch einmal jede einzelne Textzeile zu zelebrieren. Gleichzeitig ist es aber auch die letzte Gelegenheit für all jene, die bisher nicht in den Live-Genuss der Band um den Mann mit der Sonnenbrille gekommen waren, dieses Defizit zu schließen.
Pünktlich 22 Uhr geht es los, dem Anlass entsprechend mit "Pauken und Trompeten". Als Intro erklingt eine Mischung aus Hymne und Marschrhythmen. Auf in die letzte Schlacht. Und die überlässt der Protagonist selbstredend nicht dem Zufall. Zum einen ist das Konzert erwartungsgemäß die Live-Präsentation des vor fast einem Jahr erschienen letzten Albums "God Is A Bullet". Zum anderen ist es - und das noch mehr - die Best-Of-Retrospektive eines Szene-Urgesteins. Gespielt werden die Stücke, die The Mission unsterblich gemacht haben für einen Teil der Gothic-Szene: "Deliverance", "Wasteland, "Butterfly on a Wheel". Inzwischen 23 Jahre im Geschäft, gibt es ein schier unerschöpfliches Becken, aus dem man sich bedienen kann. Wobei die ganz großen Nummern inzwischen bereits mehr als ein paar Tage zurückliegen.
Die Musik ist sehr laut, das Schlagzeug nicht nur auf der Bühne, sondern auch im Sound sehr präsent. Es scheint, als sei alles eher für größere Veranstaltungen dimensioniert. Die immer wieder von Kritikern angeführten U2-Parallelen kommen einem in den Sinn. Der Spaßfaktor des Abends ist bei den Alt-Fans am größten. Für Neueinsteiger wirkt Herr Hussey doch ein wenig müde und ausgebrannt. Seine wenigen Worte richtet er eher pflichtbewusst ans Publikum ("Wer von euch ist aus Dresden?"). Und auch als er ein Mission-Fan-Pärchen zwecks des gern auf Konzerten veranstalteten Heiratsantragsrituals auf die Bühne holt, scheint sich seine persönliche Motivationsskala eher im unteren Bereich zu bewegen. Am Ende ist es vielleicht wirklich Zeit, "Farewell" zu sagen und das Kapitel "The Mission" zu schließen. Jedes Ende ist ja auch ein Neubeginn, den Mister Hussey bereits angekündigt hat.



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