Matt Weston "Seasick Blackout" (7272Music 2009)

"Seasick Blackout" ist eine Mini (?) Maxi (?) - CD, 3 Songs drauf, 17 Minuten lang. Matt Weston ist Perkussionist, Neutöner. Welches Instrument die Klänge gebar, die in den drei noisigen Tracks zu hören sind, ist nicht angegeben. Vielleicht ein elektronisch verzerrtes Saxophon? Perkussion ist dabei, wenn auch nicht so gespielt, wie die Instrumente gebaut und gedacht sind. Der lautmalerische Klangkosmos ist ganz nett, irgendwie nachvollziehbar und sicherlich unterhaltsam, aber in seiner überaus ungewöhnlichen und ultraschrägen Klangsprache wohl nur Futter für Avantgardisten jenseits aller Melodik.
Musik ist's trotzdem, wenn es klingt. Sicher. Live ist das, was so unwillkürlich aus den Boxen kommt, sicher als Teil der Performance des Musikers witzig und anschaulich, so unvermittelt in der heimischen Abgeschiedenheit erwecken die Klänge ein wenig Grausen, weil schlicht nicht nachvollziehbar ist, wie sie gemacht sind, was sie sollen (außer unterhalten und anspornen) und was von einer voll gespielten CD erwartet werden darf.
"I Just Saw Fog And Dust" trägt Free Jazz in sich, die vordergründigen Minimalschleifen hingegen könnten glatt als Parodie durchgehen, für Metalgitarrenriffs. Darauf thronen die erhabenen Schleif- und Kratzgeräusche, die vielleicht von Schlagzeugbecken stammen, selbstbewusst und klar in den Raum stürzen und vor nichts und niemand Angst haben. Die Invasion hat etwas Bedrohliches, wenn auch nicht im schlimmen Masse. Wer Mut hat und neue Töne über alle denkbaren Wege hinaus sucht, der hat hier eine etwaige Idee, wie Musik klingen kann, wenn man ganz von vorn anfangen will. Nach 2009. Und allem.
Denn Musik ist's, trotzdem es klingt.

7272music.com
VM



Zurück