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Mats Eilertsen "SkyDive" (Hubro, 29.08.2011)
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Skandinavien und die Dunkelheit der Melancholie. Europäischer Jazz aus dem Norden klingt stets etwas verweht, wenn er die beseelt und entspannt laszive Ambient-Variante fährt. Mats Eilertsens "SkyDive" lässt sich tief hängen. Klingt, als arbeiteten die Musiker in der Physiotherapie, unter dem wohligen Einfluss erfahrener Hände, weit weg von Alltagslärm und allen hastigen Nonsens-Dingen.
Die Band hat ihren eigenen knarzigen, fetzigen Sound. Cool, satt, konkret und druckvoll sind die abgehangenen Stücke, energisch ob der Stille, und nie orientierungslos. Die Wurzel des Stils liegt in den Siebzigern, Fusion ist auszumachen, und dieser Ton, der ECM zum Markenzeichen wurde. Kaum moderner, im Soundbild frischer, aber das mag täuschen. Aktuelle Einflüsse sind nicht zu finden, weder in melodisch-thematischen Brüchen, Rhythmuskanten oder Songauflösungen. Schön, die Band so und genau so zeitlos zu hören. Einzig das Saxophon und sein Klang tragen einige Schwülstigkeit, machen den Sound etwas breiig und nehmen Energie. Da ist zu wenig Jazz drin, zuviel Fernsehpausenhintergrundgedanke. Über die ganze Platte hinweg. Ein Fehler, der alle Songs trägt. Dennoch: gute Ideen, beeindruckende Songs, illustres Spiel.
Besonders gut kommen Alexi Tuomarila (p), Olavi Louhivuori (dr) und Bandchef Mats Eilertsen (double b) zu Gehör. Gitarrist Thomas T. Dahl hat einigen guten Anteil und gewiss kann die gesamte Leichtschiene von Tore Brunborg (saxes) nicht nur schwerfällig und dickschwammig genannt werden. Doch beide aus den Aufnahmen hinweg genommen, die Songs um ihre solistischen Anteile eingeschmolzen, ergäbe "SkyDive" ein erstklassiges Werk, das grandios ‚knarzt'.
hubromusic.com
VM
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