ELENI MANDELL live am 22.03.2007 im Star Club Dresden

Bar-Musik im Stehen

Es gibt Konzerte, da sind Show, Licht und Klamotten alles. Eleni Mandells Auftritte gehören definitiv nicht dazu. Das ist bereits klar, als die Amerikanerin und ihre drei Begleit-Musiker die Bühne des Star Clubs betreten. Vorne im Rampenlicht steht eine relativ kleine Frau von um die (geschätzten) 40. Sie trägt ein blaues Synthetik-Kleid, das über den Knien endet, dazu unauffällige Stiefel. Retro-Look? Nun ja. Die drei Herren in ihren Anzügen schauen aus, als wären sie geradewegs von ihrem Tagesjob als Versicherungs- oder Sparkassenkaufmann auf die Bühne marschiert. Fürs Auge wurde also nicht allzu viel geboten. Dafür aber um so mehr fürs Ohr. Am auffälligsten bei Frau Mandell ist diese Wahnsinnsstimme, einfach zum Dahinschmelzen. Da kann das Wetter noch so ungemütlich sein, sie schafft es, dass einem unweigerlich warm ums Herz wird. Um Nichtanwesenden eine ungefähre Vorstellung zu vermitteln, seien die Namen PJ Harvey, Fiona Apple und Norah Jones in die Runde geworfen. Musikalisch ging es insgesamt eher ruhig zu, was schon beim Blick auf den Schlagzeuger deutlich wurde: Sein Werkzeug waren überwiegend Besen und Schlegel und nur selten "echte" Sticks. Eleni Mandell ist Songwriterin, was dieser Abend eindringlich unterstrich. Mal atmeten ihre Stücke den Blues, dann wieder den Country. Und manchmal groovte es sogar, so dass man versucht war, mitzuwippen. Insgesamt hätte man sich's aber lieber auf einem Barhocker bequem gemacht und einen gepflegten Whiskey geschlürft. Es gibt eben Konzerte, da spielen Show, Licht und Klamotten allerhöchstens eine marginale Rolle.

                                


                                

Stefan



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