Loch Vostock "Reveal No Secrets" (Silverwolf Productions 2009)

Aller guten Dinge sind drei! Erinnert sich noch jemand an die begabte Prog Metal Band Mayadome, die leider viel zu früh das Zeitliche segnete. Deren Mastermind und Trommler Teddy Möller ist nunmehr als Gitarrist und Sänger bei Loch Vostock aktiv. Daneben agieren noch Fredrik Klingwall (Keyboards), Niklas Kupper (Gitarre und Chorgesang), Alvaro Swanerö (Schlagzeug) und Tomas Jonsson (Bass und Chorgesang). Loch Vostock verbinden Death- und Prog-Metal auf einzigartige Weise und daher verbieten sich jegliche Vergleiche mit anderen Bands, denn sie sind von vornherein zum Scheitern verurteilt. Allein die Variationsbreite des Gesangs ist überaus beachtlich und zeigt Teddy mal als melodischen Schmusebär und mal als aggressives Klauenmonster, das es nicht nötig hat, in andern Revieren zu wildern. Einsprengsel und aus Funk oder Jazz erhöhen zusätzlich den Reiz dieses Gebräus, das selbst vor überbordenden Extremanteilen nicht zurückschreckt, die teils klar in die Death-Ecke gehen und teils eine verschärfte Version von King Diamond sein könnten, nicht des Gesangs, sondern der Atmosphäre wegen. Obwohl die Instrumentalfraktion immer wieder dezent frickelt, sind die Hooklines zwingend und beißen sich in den Trommelfellen fest. Das ist hohe Kunst und nötigt mir des öfteren ein ungläubiges Staunen ab. So könnten beispielsweise Paganīs Mind oder Pain Of Salvation, die ich sehr mag, klingen, wenn man ihnen Chilisoße statt Karamelsirup einflößen würde: Rauh, direkt und doch verspielt. Das muss man als Metal-Fan mit gehobenem Anspruch gehört haben.

myspace.com/lochvostock

Frank Bender




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