Letzte Instanz, Live am 22.12.2007 im Alten Schlachthof Dresden

Schmutzig tanzen

Es war der perfekte Abend, um sich im Bauch noch einmal ordentlich Platz frei zu tanzen für den fetten Weihnachtsbraten. Die Letzte Instanz lud zum Heimspiel und Hunderte folgten dem Ruf. Jedes Mal ist es etwas Besonderes, wenn die Band an ihre Wiege zurückkehrt. Da stehen Freunde, Eltern und natürlich der harte Fankern (teilweise der ersten Stunde) vor der Bühne. Beim Betreten des Saals spürt man förmlich die voller Vorfreude knisternde Luft. Als es endlich losgeht, merkt man auch den Musikern die Mischung aus Freude, wieder einmal zu Hause spielen zu dürfen, und (leichtem) Herzklopfen an. Das Besondere dieses Abends ist immer wieder präsent, etwa als Holly D. eine geplante obszöne Titelansage weglässt, weil seine Eltern und Neffen vor Ort sind.

Gerockt wird an diesem Abend, was das Zeug hält. Ganz so, wie es sich der geneigte Fan von der Combo wünscht, auch wenn die aktuelle Scheibe "Wir sind Gold" dies nicht durchgängig erwarten lässt. Titel wie "Maskenball" und "Wir sind allein" lassen aber den Funken überspringen. Und da die Instanzler ihr Programm mit diversen älteren Stücken spicken (u. a. "Für immer und ewig" und "Das schönste Lied"), hält der Stimmungsbogen über unglaubliche zwei und eine viertel Stunde. Dabei freut sich das Publikum besonders über einen Gastauftritt von drei Schandmäulern, mit denen man "Das Stimmlein" interpretiert. Die Fans lassen sich nicht lange bitten und machen prompt aus dem Stimmlein eine Stimme. Gleichzeitig nutzt die Band die Gelegenheit, um Werbung für die Anfang 2008 anstehende Akustiktour zu machen - ebenfalls mit illustrer Gästeschar. Kein Halten gibt es, als das unvermeidliche "Rapunzel" plötzlich in "The Time of my Life" übergeht und Sänger Holly und Violinist M. Stolz sich in Dirty-Dancing-Manier bewegen. Großes Kino. Wer bis jetzt noch nicht der wiederholten Band-Aufforderung "Tanzt mit uns!" nachgekommen ist, tut es spätestens nach dieser Motivationseinlage.

Die Letzte Instanz beweist einmal mehr, dass Rockmusik live richtig Spaß machen kann. Jetzt kann der Weihnachtsbraten kommen. Zumindest einige Instanzler werden selbigen in der Dresdner Heimat genießen, schließlich gibt es drei tourfreie Tage.

letzte-instanz.de

Text: Stefan
Fotos: Cordelia



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