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Krakatoa "plan ahead" "togetherness" (Etherdrag Records)
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Nachdem in diesem Jahr das dritte Album des Quartetts Krakatoa erschienen ist, bin ich auf die beiden Vorgänger neugierig geworden. Vielleicht ist es nicht ganz leicht, die CDs zu bekommen, doch wer Intenet zu Hause hat, wird keine Schwierigkeiten haben. Krakatoa sind aus der Asche von The Lost Art Of Puppet Orchestra entstanden. Der erste Name gefällt mir besser, bezeichnet er die verrückte und abgedrehte Musik der Band aus Brooklyn doch treffend. Musikalische Cartoons, stilistisch irgendwo zwischen Free Jazz, Progressive Rock, seltsam verquickten Folklore-Rudimenten, simplem Rock und banalem Nonsense zu Hause, erwecken vielerlei herzklopfende Gefühle. Hinter der Musik steckt hintergründiger, schwarzer Humor mit dem Drang, die Dinge anders als gewöhnlich zu betrachten und auszudrücken. Irgendwo im kompliziert-seltsamen Dahinrauschen eines Stückes beginnt plötzlich Gesang, an den bisher nicht zu denken war. "Oh the Cuckoo ist a pretty bird". Diese Worte sind beispielhaft für die Musik. Der pure Nonsens wird zu tonaler Kunst, indem gar nicht so ungewöhnliche melodische Motive auf seltsame Weise verquickt werden. Die vielen Experimente sind glücklich sortiert, das Kabarett der Rockmusik webt geniale avantgardistische Paradestücke. "plan ahead" ist noch etwas herkömmlicher als "togetherness", dafür mehr im Progressive Rock zu Hause (wenn die Band das auch nicht hören mag). Die rhythmischen Nuancen sind härter und kerniger gesetzt, klassische Themen werden humorvoll aufgenommen und unterhaltsam in die Songs gejubelt. Hier gibt es einen Longtrack, der allerdings das am wenigsten interessanteste Stück ist, in die Länge gezogen verliert sich die Grandiosität der schrägen Idee. Ansonsten ist die CD mit den 10 Songs sehr zu empfehlen. Eine Ohrenfreude, der stets unorthodoxen Band zuzuhören. "togetherness" ist leichter. Die Strenge des ersten Albums hat sich verloren, die Kompositionen sind nicht mehr ganz so absurd und abstrakt, der Humor ist tiefgründiger, die Ideen verzahnter, das Arrangement komplexer. Stiller sind die Songs, dafür seltsamer und ungewöhnlicher. Weniger Progressive Rock, mehr avantgardistisches Liedgut. Eine Unmenge tut sich in den Songs. Schweineorgel und Schrammelgitarre quietschen vergnügt vor sich hin, Bass und Schlagzeug entwerfen seltsame wechselhafte Rhythmen, die clowneske Violine und das herzerfrischend komische Keyboard bezirzen mit banalen bis aufwändigen "Improvisationen", "Soli" - oder wie immer man die führende melodische Linie hier nennen will, die das Geschehen in den Songs bestimmt. Ehrlich gesagt finde ich das 3. Werk "We Are The Rowboats" das schwächste der drei Alben. Die beiden Vorgänger sind unbedingt zu empfehlen. Wer Interesse an ungewöhnlicher Musik hat, wird seine Freude an der Musik beider CDs haben und sich fragen, warum er die Band bisher noch nicht kannte.
VM
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