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Kansas "There's Know Place Like Home" [DVD] (InsideOut Music, EMI, VÖ: 16.10.2009)
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Kansas spielen im Titel ihrer neuen DVD auf den Titel ihres 1977er Albums "Point of Know Return" an. Sie wissen, wohin zurückzukehren - und auch wann. Die DVD verrät neben aller musikalischen Grandiosität, der immer noch fraglosen Fingerfertigkeit und spielerischen Hingabe der Band an ihre Musik und zudem ihre Ausgeliefertheit an ihre eigene Karriere, ihre Qualität in der lustvollen und kurzweiligen Intonation ihrer komplexen Klassiker, dass sie ein feines Gespür für die Umarrangierung ihrer Songs haben. So original sie klingen, so runder, satter und weicher ist der Bühnensound durch das die Band unterstützende Washburn University Orchestra, das im späteren Verlauf gar seinen Chor auffährt.
Und da ist noch etwas. Die Band wird nicht jünger. Als sie anfingen, waren sie knackige Bengels, die von ihrer Karriere nichts ahnten, deren kreativer Level sehr hoch war, wie sich zeigen sollte. Längst sind Kansas nicht mehr in der Form kreativ. Ihre späteren Alben wie "Somewhere to elsewhere" (2000) beweisen, dass die Jungs ihren Stil immer noch drauf haben und auch noch einige Songs bringen, aber längst nicht mehr überraschen können, wie in der - guten, alten - vergangenen Zeit. Die Auseinandersetzung zwischen dem Progressive Freak Kerry Livgren und dem Rocker Steve Walsh sind vergangen, der Bandsound gefügt, sie leben von der Materie, von ihrem alten Material, tun dies aber gut und machen aus den großartigen Songs keine Kleinkitschschreckgespenster, sondern fahren die Energie, wie hier auf der rund 105 Minuten langen DVD, deren Programm auch als 2CD veröffentlicht wird, sowie als DVD+2DC, gut zu hören ist, ganz hoch.
Die 17 Songs auf der DVD sind quasi allesamt Klassiker, nur einige wenige Stücke stammen nicht aus der Phase vor "Monolith". Die Band zeigt Spielfreude, aber auch Konzentration und Anstrengung. Vor allem Steve Walsh hat zu tun, den Gesang hinzubekommen, alles stimmt und klingt, aber sein Gesicht offenbart die Anstrengung.
Im späteren Verlauf kommen nacheinander zwei Gäste auf die Bühne. Altmeister Kerry Livgren mit Zickenbart, der viel Spaß zeigt, aber zurückhaltend agiert (und einige Wochen nach dem Konzert am 07.Feburar 2009 in der "White Concert Hall" in ihrer Heimatstadt Topeka einen bösen Gehirnschlag erlitt, von dem er sich aktuell noch erholt) und Kumpel Steve Morse, der einst seinen Dixie Dregs vorstand und heute in Deep Purple seine Brötchen verdient.
Während des Konzertes zeigt die DVD hier und dort historisch anmutende Videoschnipsel, ich nehme mal an von Topeka und der die Stadt umgebenden Industrie.
"Fight Fire With Fire" und "Musicatto" haben Kansas nie zuvor gespielt, "Ghosts/Rainmaker" ist eine Rarität - als Bonus gibt es einen wie aus dem Stehgreif auf eben derselben Konzertbühne eingespielten Track, noch nicht in Bühnenkleidung, ohne Publikum und Orchester, die Jam-mäßige, coole Version des Rockers "Down The Road".
Bühnenpräsenz und -ausleuchtung, Kamerafahrten und -mix, Bild und Ton - alles ist nicht nur sehr edel und ästhetisch, sondern zudem kraftvoll, dynamisch und lebhaft. Die technische Umsetzung auf DVD ist fein und präsentiert Band und Gäste, Orchester und Chor sehr ansprechend in überwiegend dunklen, intensiven Bildern.
Wer die Band noch nicht kennt, sollte sein Interesse auf "Two For The Show" richten, das Livealbum der Band aus dem Jahr 1978, das schlicht ihr bestes überhaupt ist.
Macht Laune, sich das Konzert auf der DVD im gemütlichen Wohnzimmersessel anzutun. Und gute Besserung an Kerry Livgren!
kansasband.com
VM
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