Interzone "Aus Liebe" (Sireena, VÖ: 29.03.2010)

Interzone sind nicht interessant, weil sie grandiose Musik machen. Die gibt es nicht. Die Deutschrocker machen angeschärften Poprock mit Restpsychedelia, einer größeren Prise Punk und massig Zeitgeist-NDW. Schlichte Musik ohne besonders extravagante Merkmale. Gewiss, die Songs sind knackig und haben Groove, die Arrangements sind clever und eingängig, haben ihre Brüche und Logik. Wer instrumental abgefahrene Klänge sucht, liegt hier komplett falsch.
Interzone haben jedoch witzige Texte und einen guten Sänger. "Die Jungs nebenan" fängt gleich gut böse an. Und mit "Adam Jr." laufen 12 Songs aus, die nicht nur nostalgischen Reiz haben, sondern lustig krasse Texte, die alten Tanten gewiss kein Schmunzeln abgerungen haben, es sei denn, die alten Tanten waren cool. Komisch, wie Popmusik funktioniert: als Literatur wären diese dünnen Gedichte längst vergessen, weil aber niedliche Rhythmusmelodien darum flunkern, wird eine ganze Generation, die drauf stand, als sie noch dünn und frisch war, die Dinger von Songs bis zum Lebensende nicht mehr los. Und wenn's im Keller unter Kopfhörern gehört wird, wo die letzten Lebensrestreserven ihre Mattigkeit von Tag zu Tag schieben.

sireena.de
VM



Zurück