IN EXTREMO, Live am 20. und 21.05.2006 auf der Festung Königsstein

Das Schiff, das nicht untergeht



Das Ambiente hätte nicht perfekter gewählt werden können: die Festung Königsstein, mitten in der Sächsischen Schweiz gelegen. In den altehrwürdigen Gemäuern erreicht die Musik von In Extremo
noch einmal eine ganz besondere Wirkung. Das ahnten auch die Fans und so war die Show schon zeitig ausverkauft. Daher wurde kurzerhand noch ein zweiter Termin anberaumt, der wettertechnisch auch der günstigere war.
Neben dem Auftrittsort sorgte das Bühnenbild für einen optischen Genuss. Ganz im Stile der "Rauen See", so ein aktueller Song der Band, wurde das Publikum in eine Seeräuberwelt entführt. Dafür sorgten u.a ein Piratenschiff, in das das Schlagzeug integriert war, ein Funken sprühendes Steuerrad und das seeräubergerechte Outfit der
In-Extremo-Mannen. Überhaupt, unter Showaspekten - das pyro- und lichttechnische Konzept war auch dieses Mal wunderbar stimmig - macht es immer wieder Spaß, dieser Combo live beizuwohnen. Und so fand zur zweiten Show am Sonntagabend noch einmal reichlich Volk den Weg in die Burgmauern, was möglicherweise auch ein wenig am Erfolg bei Stefan Raabs Songcontest gelegen haben mag. Mit überschwappenden Bieren und ebensolcher Begeisterung feierten sie die Rock-Mittelalter-Musiker, die inzwischen mehr Rock als Mittelalter sind. Was ihnen sehr gut zu Gesicht steht.
Es gibt nicht viele Bands, die heutzutage länger als 90 Minuten die Bühne rocken, In Extremo taten es ganze zwei Stunden lang. Neue Stücke wechselten dabei immer wieder mit den größten Hits, so dass die ausgelassene Stimmung über die 120 Minuten niemals nachließ. Vergessen war der stürmisch-regnerische Unwetter-Vorabend. Sänger Das letzte Einhorn brachte es auf den Punkt: "Unser Schiff wurde gerettet." Daran hatten die Fans natürlich großen Anteil. So schien Sonntagabend allen gemeinsam "die Sonne aus dem Arsch", wie es Die Apokalyptischen Reiter mit einem ihrer Songs so treffend sagten. Übrigens der perfekte Einheizeract an diesem Abend.

Text: Stefan
Fotos: Cordelia



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