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Humble Grumble "Flanders Fields" (AltrOck, 02/2011)
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Lebensmittelpunkt der sich aus diversen europäischen Orten speisenden Humble Grumble ist das noch existente Belgien. Chef und Vordenker der reichlich verrückten Combo ist Gabor Humble Vörös, der sich den abgedrehten Reigen ausgedacht und die Band dafür im Keller eingesperrt hat. Mit Referenzen ist das immer so eine Sache. Wer die Band 2011 in Würzburg (Frühjahrs-Freakshow) erlebte (und nicht nur die süßen Gesangsgirlies im Blick und Kopf hatte), konnte sich seinen Eindruck machen. Frank Zappa kann als Parallele gelten, so in etwa, weit hergeholt, ebenso X-Legged Sally, etwas dichter dran - und leider längst aufgelöst (unbedingter Tipp nebenbei), die radikaler und weitaus jazztypischer unterwegs waren. Humble Grumble mögen nicht nur instrumentalen Humor, der überall in ihren Songs zu hören ist, sie mögen diesen auch textlich und so manche schräge Anekdote ist als Song dargeboten. Das Gebläse (zwei Mann) baut Songstruktur, bringt partiell Sound der 1920er ein, Jazz, Theater, Ulk und clowneske Lustigkeit, die radikaler sein könnte, aber bitte nicht harmonischer. Die Rhythmusband ackert sich differenziert und komplex zwischen Jazzswingbeckenarbeit und knackigem Rock ab, und tut darüber hinaus einige dynamische Melodiearbeit. Marimba und Vibraphon gibt es schicker Weise auch, in einigen Stücken und instrumentalen Partien kommen die Mallets gut zum Ausdruck, insgesamt jedoch scheinen sie eher für die Tapete als den Raum gedacht. Zentrum aller Songs ist Mr. Vörös, seine Gitarrensoli sind zappaesk, tatsächlich, wie diverse seiner Arrangements, seine Stimme hat Klang, ist zwar auf Platte etwas sehr in die Band gemixt und für gute Zuhörer gemacht, kann aber wahrgenommen werden. Der Mann ist ein Bühnentier, seine Präsenz überzeugt, sein Mienenspiel, seine tatsächlich ulkige, humorige, sich über sich selbst lustig machende Darbietung auf der Bühne, da ist er stark. Und so ist es der Sound der Band. Auf der CD können die 11 zwischen progressiv komplex, teils gar punkrüde, jazzlyrischen Songs zwar auch überzeugen, wer die Truppe aber live sah, kennt den Unterschied.
"Flanders Fields" ist kein reines Prog-Album, es geht in alle Richtungen, stets humorverseucht, ohne um Witz bemüht zu sein. Nichts ist bemüht, und wie die vorherigen Alben der Band schon einige sympathische Schräglage präsentierten, tut dieses wohl produzierte und perfekt eingespielte, überraschungsreiche, mit verblüffend netten Songs ausgestattete, reichlich spinnerte und über alle Knüppeldämme stolpernde Album es einmal mehr.
Macht Laune.
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