Genau 50 Minuten ist die neue CD des Ex-Samla Mammas Manna Gründers Lars Hollmer lang. 16 Songs sind darauf. Einige seiner üblichen Schunkelstücke, einige freakige Songs, ein Hammerrocker, sehnsuchtsvoll melancholische Balladen, schräge Teile zwischen alter und neuer Folklore, zwischen Jazz und Pop.
Zu Lars Hollmer (acc, key, mel, perc, mand, voc) sind Michel Berckmans (bass, eng-h, ob, mel, ehemals Univers Zero), Santiago Jimenez (vi) und Andreas Tengberg (ce) gestoßen, einige weitere Gäste sind gelistet. Übliche Verdächtige, kann ich sagen: Morgan Ågren (dr), Hollmers alter SMM-Mitstreiter Coste Apetrea (mand), Ulf Wallander (ts) jeweils in einem Song, sowie Love Hollmer, Viggo Hollmer und Klara Pellas als Sänger in "Lilla Bye" und "Alice".
Den Hauptteil hat Lars Hollmer fast im Alleingang eingespielt. Die düsteren Zeiten der 80er und 90er Jahre sind vorbei, als die Alben des Akkordeon-Meisters sehr konservativ und, mit Verlaub, langweilig klangen. Auf "Viandra" zieht gar ein leiser Hauch der Samla Mammas Manna durch. Die Folksongs zwischen ländlicher Schwermut und gemäßigt anarchischem Frohsinn sind allesamt nur kurze Musikschnipsel wie in der Popmusik, die Themen kommen und gehen schnell, da baut sich wenig auf, es gibt wenig Gehalt, die Stücke bleiben nicht im Gedächtnis haften.
Tief empfunden und detailreich komponiert, ist das Gros der Songs zudem relativ schlicht gespielt worden. Obwohl Lars Hollmer noch erstaunlich frisch aussieht, klingt seine hübsche und liebliche Musik gealtert. Und gewiss ist da mehr als nur ein Tropfen Nostalgie im Spiel.
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cuneiformrecords.com
VM
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