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HALDERN GEHT ZELTEN, Live am 14.05.2006 im Star Club Dresden
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Ein Festival auf Tour
Haldern ist ein kleines, feines Traditions-Open-Air in Westfalen. Hier gilt noch die Parole "Klasse statt Masse" und so ist die Ticketanzahl nicht nur strikt auf 7.000 begrenzt. Nein, auch mit einem ganz eigenen Indie-Line-up hebt man sich wohltuend von anderen Frei-Himmel-Veranstaltungen ab.
Genau dieses Flair wollten die Veranstalter nun in die Republik tragen - quasi als Appetithäppchen für das Anfang August stattfindende Festival. Und so ging man auf "Zelttour", mal mit einem Spiegelzelt, mal - wie in Dresden - auch ohne. Immer aber mit feinen Acts, die da in Dresden waren: The Revs, Two Gallants und Shout Out Louds.
Der Star Club war noch recht übersichtlich gefüllt, als The Revs den Dreierreigen eröffneten. Die sympathischen Iren boten eine gute halbe Stunde poppige Gitarrenmugge mit mehrstimmigen Gesangseinlagen. Ein bisschen fühlte man sich an Radiohead erinnert, aber das hier war dann am Ende doch viel weniger melancholisch und deutlich eingängiger. Zum Mitsingen, was der Bandwunsch war, konnten die Anwesenden zwar nicht bewegt werden, applaudieren taten sie aber dennoch kräftig. Besonders nach dem fulminanten Finale, zu dem das Trio unisono das Schlagzeug traktierte.
Dann Two Gallants, zwei leicht kauzig wirkende Amis, die zumindest für den Schreiber den Glanzpunkt des Abends bildeten. Was, bitteschön, macht dieser Mann hinter seinen Trommeln? Großartig bürstet er den eigentlichen Beat gegen den Strich, findet aber immer wieder spielend zum Songrhythmus zurück. Die langen Haare geben dabei kaum sein Gesicht frei. Und dazu die kratzige Whiskeystimme des Kollegen in Kombination mit Western-/Blues-Gitarreklängen. Die Musik von Two Gallants hat Ecken und Kanten. Genau so soll Rock'n'Roll sein. Keine Fragen mehr, warum diese Combo vom Qualitäts-Label Saddle Creek gesignt wurde.
Dritte im Bunde an diesem Abend waren Shout Out Louds, die in Indiekreisen bereits ziemlich bekannte Band aus Schweden. Entsprechend voll wurde es auch noch mal vor der Bühne. Die Blondine (Achtung Klischee!) und die vier Jungs machen gitarrenpoppige Stücke, die immer mal wieder von Orgel- oder auch Akkordeonklängen torpediert werden. Ein gewisser Retrotouch haftet dem Ganzen an. Und tanzbar ist's auch noch. Also genau das richtige für die späte Stunde, auch wenn der Auftritt am Ende weitaus glatter und braver wirkte als der von Two Gallants.
Unterm Strich steht ein familiärer Indie-Abend mit durchweg spannenden Bands, nach dem die Lust auf kleine, feine Festival immens gestiegen ist. Spätestens 2007 also nicht unbedingt nur Hurricane und Rock am Ring, sondern mal Haldern.
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Text: Stefan
Fotos: Cordelia
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