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Forgotten Suns "Innergy" (Progrock Records 2009)
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Cooler Start! "Flashback" hat einen Mordsdrive, das Motiv schießt sofort in die Beine, das düstertiefe Riff transportiert die Idee grandios, und selbst die Gesangspassagen, in denen weniger ausdrucksstarke instrumentale Linien aus den Boxen quellen, bleiben saftig und knackig. Tolles Stück! Instrumental passiert in dem kurzen Track nicht so unbedingt viel, alles ist auf dieses fetzige Riff konzentriert: "welcome to our new world" singt Nio Nunes dazu.
Neue Welt ist zutreffend. Zuletzt, das ist vier Jahre her, klangen Forgotten Suns auf "Snooze" noch komplett anders. Der Neoprog ist fast komplett Progmetal gewichen. Forgotten Suns hatten schon immer ein Faible für Progmetal und harte Gitarren in ihre Songs integriert. Was "Innergy" bietet, ist aber meilenweit davon entfernt - und in seiner rasanten Geschwindigkeit kaum einzuholen! Faszinierend, was in den Songs passiert. Vor allem die ultimative Raserei, mit der die Jungs durch ihre 8 druckvollen und enorm powernden Songs jagen, die Energie ihrer instrumentalen Themen und die lebhafte Dynamik der sauberen, bravourösen Einspielung sind beeindruckend. Drumming für den Geburtstag. Riffs für Weihnachten. Kompositionen für Ostern. Alles in einer Scheibe.
Die Songs haben als Begleiterscheinung, so scheint es, ein stetes Bombastrauschen, das durch die irrsinnige Geschwindigkeit entsteht. Die Songs sind symphonisch, haben Keyboardsoli, die nicht nur Tapete sind, viel mehr aber sind die Gitarrensoli perfekt. Die komplexen Instrumentalteile gehen auf keine Kuhhaut, die haben das alles bestimmt auf 33 ein- und auf 45 abgespielt (jetzt auf 78 aufdrehen und weggeblasen werden!!!) - - -
Macht einfach Laune, der Rasanz der Extremtechnik zu lauschen. Zwar hat's viel Gesang, der gut eingebracht ist, Stimme und Stimmvolumen hat und auf interessanten Arrangements sitzt, wenn ich jetzt mal von einigen eher typischen Refrain absehe - Keuch, Atem holen, nächste Runde - wo war ich? Ach ja, alles ist gut.
Progmetal hat in der Vergangenheit oft Eindimensionalität bewiesen, diese Jungs zeigen, dass es, nach der Masse, möglich ist, jenseits stereotyper Vorbilder brachiale und kunstvolle Klänge zu Leben zu bringen. Ich befürchte nur, dass die ein dickes Lager mit Neureifen horten müssen, weil der Verschleiß bei dieser Materialdröhnung einfach extrem hoch ist.
Noch mal: macht Laune, kommt gut, geht sofort ins Blut und hat genug Kunst und Komplexe, auch bei mehrfachem Genuss noch Überraschungen und Spielwitz zu bieten.
Geile Platte! (Ich geb' auf…) - (Ach ja: Longtracks: gleich drei Mal über der magischen Marke).
Ausnahmeerscheinung!
forgotten-suns.com
myspace.com/fsuns
progrockrecords.com
VM
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