Forever Slave "Alice's Inferno" (Armageddon Music, VÖ: 26.09.2005)

Im Jahr 2000 gründeten die Kunststudentin und Gothic Sängerin Lady Angellyca und Gitarrist Servalath ihr Projekt Forever Slave. Die Idee war, eine spezielle musikalische Fusion zu schaffen, die aus weiblichen Gothicvocals (Sopran), hartem Rock und orchestralem Bombast in dramatischen Songs zusammen laufen sollte.
Leal (key, p), Michael (b), Oswalth (g), Edward (dr, Gruntz) und Ignacio (vi, voc) ergänzen das Line-Up, das die dramatische und etwas an den Haaren herbeigezogene Story des Teenagers Alice erzählt.
In 10 Songs wird die Story zelebriert. Dabei geht die Band keine gewagten Experimente ein und wählt die absolute Mitte des Mainstreams. Die Keyboards seufzen symphonisch, von einem bedeutungsschwangeren Piano begleitet, melodisch ist das schon mal ein großer Anteil der Songs. Die Gitarren sind in das Arrangement eingeflochten, nichts ist zu hart, besonders oder eigenwillig, mal abgesehen von einigen bluesigen und überhaupt nicht ins Konzept passenden Gitarrensoli. Geiger Ignacio geht im Schönklang fast völlig unter, wahrscheinlich ist er größtenteils Part des Klanges der Keyboardkaskaden, die bombastisch die Songs in der düsteren Pathetik halten.
Auf die Dauer geht der CD auch noch der Atem aus, weil die Songs sich zu sehr ähneln und nur wenig Variation zulassen. Lady Angellyca beherrscht die Szenerie, um sich nur dann mal zurückzuziehen, wenn Schlagzeuger Edward seine, nun ja, lächerlichen Grunzgesänge kundtut.
Alles in allem ist "Alice's Inferno" ein extrem kitschiges, romantisch verklärtes Symphonic Gothic Metal Pop Album, das augenscheinlich versucht, überall und vor allem bei MTV und Co. anzukommen. Die Band hat es technisch drauf, zu musizieren. Es kann also nur sein, dass sie nach dem Gelde schielen, und sich entsprechend im kompositorischen Inhalt so superflach machen. Weiche von mir, Sklave!

foreverslave.com
ladyangellyca.com
VM



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