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food "molecular gastronomy" (rune grammofon, VÖ: 11.01.2008)
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Könnte es einen Namen geben, der mehr "in" ist, als ‚Food'? Die Medien sind voll des Essens und die einstigen Kinder armer Leute, die in der Kindheit nur billiges Essen in sich gestopft bekamen und irgendwann alternative Ideen haben in sich wachsen lassen, futtern heute nur noch das beste Öko-Bio-Vitamin-Gesund-und-Munter-Food. Welche alternativen Ideen werden ihre Kinder, die diesem Gesundterror ausgesetzt sind, so entwickeln? Sauberes Essen, saubere Luft, sauberes Deutschland - hinfort aller Müll, menschlich wie sonst was? Wollen wir es nicht hoffen!
Food sind Iain Ballamy (sax, fl) und Thomas Strønen (dr, electr), gemeinsam mit den partiell aktiven Maria Kennegaard (fender rhodes) und Ashley Slater (efx, keys) haben sie dieses nicht nur gesunde, sondern auch herausfordernde Album eingespielt.
"molecular gastronomy" ist ein neues Lebenszeichen des immer öfter auftretenden "silence is the new loud" - Movements, das in diesem Fall wenig auf Herkömmliches setzt und einen eigenwillig abstrakten Klang zwischen dezentem Jazz, Ambient, seichtem Pop und Worldmusic sucht. Mal stolpert so ein Song über aufgedrehte Poprhythmen ("apparatus", "spherification", "alchemy"), sucht sich auf eigenen, unentdeckten Wegen seine Freiheit oder weht über quasi rhythmusfreiem Raum asketisch dahin.
Das Cover spricht eigentlich schon eine sehr deutliche, zur Musik passende Sprache. Die Farbe ist unschön, die Form seltsam, die darüber gesetzte Filzstiftwolke stört. Die Musik ist zuerst ebenso. Der Klang will nicht eingehen, die Kompositionen sind störrisch und tumb, das Rhythmusgeschehen biedert sich der Popmusik an. Doch irgendwann gewöhnt sich das Ohr an diese fließenden Sounds und vollzieht die melodische Struktur nach. Wenn der Rhythmus sich aus seiner Generationseintönigkeit befreit und Virtuosität entwickelt hat (wozu der Drummer durchaus begabt und zudem interessiert ist) sowie der harmonische Aufbau seinen Charme entblößt, bewegen sich die food-Moleküle und geben dem Klang eine durchaus eingängige Feinheit. Gibt nicht nur keine Bauchschmerzen, macht auch nix dick.
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VM
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