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Fitzcarraldo "Lass Sein Was Ist" (Baxxbeatmusic, VÖ: 20.03.2010)
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Für Fitzcarraldo müsste das Label Dröhn-Rock erfunden werden, wenn das nicht leider irreführend wäre und den altvorderen Einstmalsrocksänger Udolindenberg beklaute. Die Postrocker mögen monotone Motive, die sie auf verschleppten Rhythmen mit scharfkantigen und tiefer gelegten Gitarren mit Verve und genügend Lautstärke intonieren. Heiko Hümpfner steht für die exakte, radikale Rhythmusarbeit. Er bearbeitet sein Schlagzeug mit mächtigen Schlägen, dass der Bombast dröhne und donnere wie echte Gewitterschläge und feiste Fäuste. Jan Maier und Ulrich Kaindt spielen die elektrischen Gitarren mit allerlei Fußvolk, was die Klänge verfremdet und für interessante Sounds sorgt. Daniel Stenger bedient den Bass, hat zwar nicht das stärkste Melodiespiel als Basisgegenpol im Angebot, weiß aber, den sphärischen Gitarrenwänden konkretes Melodiespiel entgegenzusetzen. Partieller (Sprech-)Gesang ergänzt die Songs, Tasten kommen verfremdend zum Einsatz, was verstärkt vom Computerlaptop getan wird, ohne größere Einflussnahme oder extravagante Klangexperimente.
Die Band hat nette Songs drauf, vor allem Nummer Ein und Neun haben es mir angetan, weil in beiden instrumental emotionale Verschiebungen ihre interessanten Bahnen episch laufen. Aber auch die kurzen Nummern sind nicht von der allgemeinen Popbaustelle. Die Band rockt mit unterkühlt düsteren Gitarren, hier und da werden gar crimsoneske Typica wach und strahlen aus den Songs. Der Krach hat Stoner-Niveau, ganz besonders im Gitarrensound, nicht weniger in der allgemeinen Kompositionsstruktur. Stilistisch ist die Band aber nicht vernagelt noch folgt sie brav ihrem Welchenauchimmervorbild, das schlecht nie sein wird. Die Band hat Saft und Kraft in die Songs vererbt und ein emotionales, scharfkantig schweres, hartes Rockalbum vorgelegt, das mehr sein will als Allerweltsunterhaltung und seinen morbiden Anspruch lebhaft und erstaunlich avantgardistisch auslebt.
Tipp!
wirsindfitzcarraldo.de
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VM
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