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JUNGHANß, WARREN SUICIDE und NORTHERN LITE - live am 18. Oktober im Centrum Erfurt
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Beats, Bier und ein GeBurtstag
ragazzi-music auf Betriebsausflug in Erfurt. Jedenfalls ein Teil des Teams. 1st Decade, jenes kleine aber feine Erfurter Label hatte zum dritten Geburtstag geladen. Für Stefan (Dresden) und mich (Frankfurt/M.) ein guter Grund sich auf halbem Wege zutreffen. Nachdem wir bereits am Vorabend der Party die Labelmacher auf einer Vernissage getroffen hatten, dort stellte Erik Niedling, Haus- und Hof-Fotograf des Labels, einige seiner Bilder und Covermotive aus, ging es am Sonnabend in den Centrum-Club. Dort stieg die Geburtstagfete von 1st Decade. Drei Floors, mehrere DJs und eben die drei Label-Artists Junghanß, Warren Suicide und Northern Lite sollten für Gedränge und Stimmung sorgen. Und sie taten es!
Bereits gegen 23 Uhr 30 war es proppevoll und die Schlange aus jungen Menschen vor dem Einlass wurde eher noch länger, als kürzer. Gegen 0 Uhr 30 begann Junghanß einen seiner ersten Live-Gigs überhaupt. Eine Solo-Performance zwischen One-Man-And-His-Dat-Recorder-Show und einem DJ-Set. Doch die Beats waren fett und das Publikum feierte ab. Wir dagegen, geschockt von so viel Jugendlichkeit und lauten Bässen auf einmal, zogen uns in den Backstagebereich zurück. Smalltalk mit den Labelmenschen, Bierchen trinken. Dann - kurz nach halb zwei Uhr - Warren Suicide on stage. Die drei Berliner hatten zwar mit technischen Problemen zu kämpfen, spielten aber ein saugeiles Set und konnten all unsere Erwartungen - ihre gleichnamige Single "Warren Suicide" ist der Hammer - erfüllen! Heftige Electro-Beats, schräge Gitarrenriffs und ein kaum verständlicher, weil verzerrter Gesang zogen die Leute in den Bann. Nach knapp einer Stunde rockten sie noch eine sehr freie Interpretation des Sisters-Of-Mercy-Klassikers "Black Planet", bevor sie uns und das Tanzvolk zufrieden, aber nicht voll befreidigt, zurückließen. Doch der Höhepunkt stand uns ja noch bevor: Northern Lite, in Erfurt so etwas wie die Local Heroes, enterten die Bühne. Im Hintergrund eine acht Meter breite Videoleinwand, die rasant gefilmte und geschnittene Bilder zeigte und eine passende Kulisse für den groovenden Electro-Rock des Trios gab. Nicht ganz so abgefahren wie ihre Vorgänger, aber kein bisschen weniger hypnotisch, hatte die Band ihr Publikum fest im Griff. Geschickt verbanden Northern Lite ihre Songs miteinander, bauten Spannungen auf und trieben so von einem Höhepunkt zum anderen. Die völlige Befriedigung stellte sich ein. Auch hier dominierten tiefe grollende Beats und die Gitarre spielte eine noch tragendere Rolle. Sie trieb mit ihren Riffs die Tracks noch mehr nach vorne. Die Leute tobten und ließen ihre Helden natürlich nicht ohne Zugabe von der Bühne. Kurz vor vier Uhr war dann aber Feierabend und die DJs übernahmen wieder das Ruder im Centrum. Hundemüde, aber immer noch mit dem angenehmen Gefühl einer geilen Party im Bauch, steuerte das ragazzi-Team seine Pension an. Betriebsausflug gelungen, die Teilnehmer, von dunklen Augenringen abgesehen, wohlauf. Und die Erkenntnis: Erfurt ist 'ne Reise wert. Warren Suicide und Northern Lite sollte man keineswegs verpassen! Die rocken was das Zeug hält!
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