Regener im Redeflash

Element of Crime, Live am 11.02.2010 im Alten Schlachthof Dresden

Ein überraschend ungeduldiges Konzertpublikum erwartet Element of Crime bei ihrem ausverkauften Zusatzkonzert im Alten Schlachthof. Als die Band um 21.30 Uhr endlich die Bühne betritt, wird sie erst einmal ausgebuht. Sichtlich irritiert zeigt sich Frontmann Sven Regener. Beim ebenfalls ausverkauften Konzert zwei Wochen zuvor, gab es wegen der Anfangszeit wohl keine Irritationen. "Man hat uns gesagt, das macht man hier so", bemerkt Regener ganz richtig. "Aber das war vor 14 Tagen, die Welt dreht sich immer schneller." Schon bei den ersten Klängen von "Kopf aus dem Fenster" zeigen sich Publikum und Band bereits versöhnt.

Extase darf bei Element of Crime nur bedingt erwartet werden. Dafür gibt es knapp zwei Stunden lang feinsten Pop - manchmal romantisch, immer ein wenig melancholisch und düster. Element of Crime begeistert mit wortgewaltigen Texten, die stets ins Schwarze treffen. Messerscharf beobachtet, singt Regener sarkastisch-poetisch von der Liebe, dem Leben als solches oder einfach nur vom Wetter. Regeners charismatisch knarzige Stimme und sein nordischer Slang machen den Sound von Element of Crime unverwechselbar. Dazu begleitet der Frontmann seine Band virtuos an der Gitarre oder gibt Trompetensoli zum Besten.

Das neue Album "Immer da wo Du bist bin ich nie" spielt die Band komplett, aber auch auf Klassiker wie "Weißes Papier", "Damals hinterm Mond" oder "Delmenhorst" müssen Fans nicht verzichten. Sogar einige wenige englischsprachige Leckerbissen aus ganz frühen Jahren hat Element of Crime im Gepäck. Ein Stück reiht sich an das andere, ganz selten unterbricht Regener mit einem "Redeflash": "Das war ‚Euro und Markstück', jetzt kommt…". Über vier Zugaben darf sich das Dresdner Publikum freuen. Mit "Der weiße Hai" verabschiedete sich die Band von seinem begeisterten Publikum.

Element of Crime sind ihrem Stil treu geblieben - und das ist auch gut so. Selbst seinen nordisch zurückhaltenden Humor hat Regener sich, obwohl schon seit Jahren in Berlin zu Hause, behalten. Der Handkuss zum Abschied darf vor diesem Hintergrund durchaus als euphorische Sympathiebekundung an das Dresdner Publikum verstanden werden.

Text: Eva Kugler
Fotos: Stefan



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