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Dinosaur Jr., live am 24.09.2009 im Beatpol Dresden
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Immer Stress mit der PA
Ach ja, die PA. Mit der ist es schon so eine Sache - im Allgemeinen und im Beatpol wohl im Besonderen. Denn in letzterem verträgt sich die Beschallungsanlage anscheinend nur mit einer Band pro Abend, wie schon in der Vergangenheit festgestellt werden musste. Während es beim Post-Rock-Abend mit Mono noch die Vorband traf, hatte diesmal der Haupt-Act unter einem Klangdesaster zu leiden. Besonders ärgerlich ist das, wenn es sich bei diesem ausgerechnet um die alten Haudegen von Dinosaur Jr. handelt. Aber der Reihe nach.
Im mit einem gut gelaunten, leider zu 80 Prozent (konservative Schätzung!) männlichen Publikum diverser Generationen gut gefüllten Club gab sich erst mal Tarentatec die Ehre. Die Lokalhelden, die sich genremäßig selbst etwas krude unter "Tropisch / Experimentelle Musik / Post Punk" einordnen, machten ihre Sache mit einem noisy Klanggewitter alter Schule bestens. Der Testosteronspiegel erreichte ein dinosauriertaugliches Basislevel und alle freuten sich auf Mr. Mascis und seine Mannen. Doch erst mal kam ein Roadie: "I know you are very excited, but no stage diving!", wandte er sich an die aufgeregtesten Fans in der ersten Reihe. Bei Bärbeiß Mascis herrschen eben strenge Regeln. Dann ging es los. Extralaut, aber eben auch extrabreiig. Auf die "More vocals!"-Rufe aus den hinteren Reihen reagierte das graumähnige Mastermind der Band ungerührt mit "I don't like complaining." Beschwerden aller Art verbat man sich im Laufe des Konzerts noch mehrfach. Basser Lou Barlow assistierte, indem er dem ignoranten Publikum die Welt erklärte: "You are in front of the PA!", improvisierte er gesanglich und fügte weise hinzu: "That's where the vocals come from!" Was er damit wohl meinte? Klang es hinten etwa angenehmer? Kann man ja mal testen, ist ja nicht wirklich weit. Allein das Ergebnis ließ zu wünschen übrig. Die klangliche Verbesserung war marginal, lediglich aus gesundheitlichen Gründen erschien ein Verbleiben in den hinteren Rängen ratsam - geschätzte 5 Dezibel weniger und praktisch keine Pogo-Gefahr.
Wer nach Lektüre dieses Textes beschließt, niemals ein Dinosaur-Konzert zu besuchen, selbst wenn sich die Gelegenheit böte, sei jedoch vor vorschnellen Entscheidungen gewarnt: Was die drei Herren auf der Bühne ablieferten, war, soweit sich das noch beurteilen ließ, vom Feinsten. J Mascis' Gitarrensoli würden selbst Jimi Hendrix ernsthafte Konkurrenz machen, wenn der denn noch unter uns weilen täte, und Mr. Barlow ließ sich zu auch physischen Exzessen hinreißen, die sich gewaschen hatten. Man sollte das Experiment mit den Indie-Urviechern unter veränderten Versuchsbedingungen auf jeden Fall noch einmal wagen.
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Text: André
Fotos: Stefan
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