Death & Taxes "Theenigmathatisman" (Obstreperous 2001)

Das zweite Album der Progressive Jazz Metal Fusionisten (Bandinfo) Death & Taxes ist für den Prog Metal eher ungewöhnlich. Weder gibt es Bombast in Massen, noch heldenhaftes Gekreische eines dämlichen Sängers. Auch sind ihre Songs nicht leicht nachvollziehbar oder etwas für die Poser dieser Welt. Andererseits aber sind ihre Songs nicht überkomplex, nicht viel Jazz ist in die Kompositionen eingeflossen, nicht ein abstraktes Format bestimmend. Es ist die Qualität der eigenen Interpretation, die das Album mit dem unaussprechlichen Namen interessant macht. Ein paar seltsame Arrangements, ungewöhnliche vocal lines, verschämte Cool Jazz Momente - "The enigma that is man" ist ein mitreissendes Album geworden. Jedoch, wie schon auf dem Erstling tun sich auch hier einige Schwächen auf. Manchmal liegt der Gesang leicht neben der Spur, was nicht an einem beabsichtigten, dem Jazz gedankten Prinzip liegt. Die Funk-Passagen, die dem Album keinen Zugewinn geben, hätten nicht sein müssen. Aber wir können froh sein, dass Death & Taxes überhaupt ein zweites Album eingespielt haben. Angekündigt war es bereits für den letzten Sommer. Doch Tom Shannon war an Krebs erkrankt und - abgesehen mal von dem psychischen Stress, der sicher nicht produktiv ist - verbrachte einige Monate bei Ärzten und in Krankenhäusern. Glücklicherweise konnte der Tumor, der unter linken Gesichtshälfte lag, durch die Nase entfernt werden und der Fortgang der Krankheit ist gestoppt. Vielleicht liegt es daran, dass der Klang des Albums, die Songs allesamt von einem melancholischen Schleier getragen scheinen. Das abschliessende "After Words" gar ist ein 14 minütiges Instrumental, das eine tiefe Stille und Düsternis auftut. Hoffentlich werden Death & Taxes uns erhalten bleiben.

VM

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