Miles Davis "The Very Best of Miles Davis - The Warner Bros. Sessions 1985 - 1991" (Warner Music, VÖ: 09.03.2006)

Die Miles Davis Diskographie reicht von 1945 bis 1991. Als "First Miles" auf den Markt kam, war der Trompeter gerade 19 Jahre alt, im Alter von 65 Jahren spielte er die letzten Songs ein, die auf "Doo-Bop", "Blow/Fantasy" und "Black Devil" veröffentlicht wurden, 1991 starb Miles Davis. In seiner Laufbahn als Jazztrompeter erlebte Davis diverse persönliche und künstlerische Höhen und Tiefen. Ab Mitte der 50er und ab Ende der 60er Jahre begannen zwei seiner intensivsten Phasen. Die zweite Hochphase endete abgeschwächt 1975, und bis 1980 war Miles Davis der Öffentlichkeit entrückt.
Nach der eindrucksvollen Jazzrock-Phase von 1968 bis 1975 waren die Platten der 80er Jahre von Popmusik und Diskosound geprägt. Auch hier holte Miles Davis, der Mann mit dem goldenen Horn und der eindrücklichen, einzigartigen Spielweise, viele große Erfolge ein, ohne jemals wieder so intensive Musik zu machen, wie in den Hochphasen zuvor.
Die letzte Phase in Miles Davis Jazzleben war stark durch die Zusammenarbeit mit dem kongenialen, aber durch und durch poporientierten Multiinstrumentalisten Marcus Miller geprägt, der nicht nur einen Großteil der Songs schrieb, die auf den 80er Miles Davis Platten veröffentlicht wurden, sondern auch diverse Instrumente spielte und für die Arrangements steht.
"The Warner Bros. Session 1985 - 1991" sammelt 15 Tracks, deren Gros vom typischen 80er Diskopop-Arrangement geprägt ist. Die Jazzharmonien gehen im poppigen und tanzbaren Sound leicht und flüssig auf, die besondere Note ist neben dem nach wie vor melodisch einzigartigen Trompetenspiel vor allem der warme und tiefe Klang des Basses.
Wer nicht gerade süchtiger Miles Davis Fan ist und jeden Ton des Trompeters besitzen muss, bekommt mit dieser Zusammenstellung einen gut gewählten (und ausreichenden) Überblick über diese Jahre. Studiotracks und live gespielte Songs (etwa "In A Silent Way" im Diskogewand, "Time after time" von Cyndi Lauper als Jazzballade oder die erfreulichen Tracks "The Pan Piper" und "Summertime" in Zusammenarbeit mit Quincy Jones und der George Gruntz Concert Jazz Band, wo Pop ausnahmsweise mal keine Rolle spielt) sind enthalten. Hingegen kann ich Zusammenstellungen früherer Jahre nicht empfehlen, da sind die einzelnen Komplettalben Pflichtprogramm, als Empfehlung seien die ausführlichen CD-Boxen genannt, die zu diversen Alben mittlerweile erschienen sind, so etwa zu "In A Silent Way" oder "Bitches Brew". Höhepunkt der großen Boxen: das brillante 5-CD-Werk "The Complete Jack Johnson Sessions".

milesdavis.com
miles-davis.com
warnerjazz.com
rhino.co.uk
VM



Zurück